Kirchen & Klöster
gmina Pilica, Schlesien
Die Kirche über dem Markt von Pilica hat königliche Verbindungen: Zur Bauzeit gehörte die Stadt der Familie Pilecki, und Elżbieta von Pilcza, Tochter von Otto und Jadwiga, wurde 1417 die dritte Ehefrau von König Władysław Jagiełło. Spätere Besitzer erweiterten und barockisierten die gotische Kirche aus der Zeit um 1400, sodass im Inneren ein gotischer Chor, eine Renaissance-Grabkapelle und Barockaltäre nebeneinander stehen. Das Nationale Institut für Kulturerbe zählt sie zu den wertvollsten erhaltenen Kirchen im Nordwesten Kleinpolens.
Eine Pfarrkirche auf dem sogenannten Petersberg ist bereits 1325 belegt. Der heutige Bau wurde 1393 von den Pilecki begonnen und 1410 vermutlich vom Krakauer Bischof Piotr Wysz geweiht. 1432 erhob man die Pfarrei auf Betreiben Jan Pileckis zur Propstei. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gehörte Pilica den Padniewski, die die Kirche barock umbauten, Chor und Annakapelle aber gotisch beließen; 1611 wurde sie Stiftskirche. Die nächsten Besitzer, die Warszycki, stifteten im 18. Jahrhundert weitere Kapellen, und 1730–1731 ging Pilica an Maria Józefa Sobieska geb. Wessel, die der Kirche viele wertvolle Gegenstände schenkte.
Östlich der Kirche steht ein freistehender spätbarocker Glockenturm von 1820. Zur Kirche gehörten früher eine Pfarrschule und ein Spital für Kranke und Arme. Treppe und Arkade zur Kirche sind per Tafel als barocke Stiftung von Maria Józefa Sobieska aus dem Jahr 1730 ausgewiesen.
Die Kirche steht in der ul. Partyzantów 4 über dem Markt. Laut Nationalem Institut für Kulturerbe ist sie für Besucher zugänglich, meist vor und nach den Messen – dann sieht man den Innenraum am leichtesten; 30 Minuten genügen. Pilica liegt im Krakau-Tschenstochauer Jura; in der Stadt lohnen außerdem die Kirchenruine St. Valentin und Stanislaus in Zarzecze und der hölzerne Glockenturm an der Kirche St. Peter und Paul.
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