Kirchen & Klöster
Trzebinia, Kleinpolen
Seit dem Mittelalter pilgern Bergleute nach Płoki – daher der ungewöhnliche Titel der hiesigen Madonna: Muttergottes, Patronin der Arbeiterfamilien. Im Hochaltar der Kirche Mariä Geburt hängt ein Bild der Muttergottes mit Kind aus dem 15. Jahrhundert, in Tempera auf Lindenholzbretter gemalt und zu den ältesten Marienbildern Polens gezählt. Seit 2024 besitzt der Wallfahrtsort einen zweiten Schatz: die Reliquien des seligen Priesters Michał Rapacz, der hier 1946 ermordet wurde.
Der Überlieferung nach stand schon im 13. Jahrhundert eine Kirche auf dem felsigen Hügel Zagajnik, um 1300 entstand die Pfarrei; ein sicherer Beleg im Peterspfennig-Verzeichnis stammt von 1328. Der Ortsname soll vom Auswaschen (płukanie) der in der Gegend geförderten Bodenschätze im Bach Strumień kommen. Die von Jan Długosz erwähnte Steinkirche brannte am 9. Juni 1793 samt Pfarrhaus und Archiv ab. Der klassizistische Nachfolgebau von 1811–1813 fasste nur rund 300 Menschen, daher ließ Pfarrer Dionizy Gąsiorek ihn nach dem Zweiten Weltkrieg abreißen. Die neue Kirche, 1949–1951 großteils aus Spenden der Pilger errichtet, fasst etwa 2000 Gläubige.
Das Werk eines unbekannten Meisters der Krakauer Schule folgt dem byzantinischen Typ der Hodegetria – Maria trägt das Kind auf dem linken Arm. Es wurde in mittelalterlicher Temperatechnik auf drei Lindenholzbretter gemalt, im 17. Jahrhundert jedoch mit Ölfarben übermalt und mit einem gravierten, vergoldeten Barockgrund versehen; bei der Restaurierung 1977 entfernte man einen Samthintergrund. Seit dem 17. Jahrhundert wird es als Gnadenbild verehrt – 1728 nannte es Bischof Michał Kunicki „imago gratiosa“. Im September 1982 krönte Kardinal Franciszek Macharski es mit päpstlichen Kronen, nach dem Diebstahl der Kronen krönte er es erneut.
Michał Rapacz wirkte in Płoki als Kaplan und ab 1937 als Pfarradministrator. In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1946 kam eine Gruppe bewaffneter Männer zu seiner Wohnung; seine Leiche fand am nächsten Morgen ein junger Hirte. Am 15. Juni 2024 wurde er in Krakau-Łagiewniki seliggesprochen. In der Kirche steht ein Sarkophag mit seinen Reliquien, am Ort seines Todes im Pfarrwald hat das Institut für Nationales Gedenken (IPN) ein Kreuz errichtet.
Das Hauptfest fällt auf den 8. September, Mariä Geburt, und dauert fast eine Woche – vor dem Zweiten Weltkrieg kamen bis zu 50 000 Menschen. Wer Bild und Votivgaben in den Vitrinen des Chorraums in Ruhe sehen möchte, kommt besser zu einem anderen Termin; für Kirche und einen kurzen Spaziergang zum Kreuz im Wald sollten Sie etwa eine Stunde einplanen. Płoki liegt in der Gemeinde Trzebinia im Kreis Chrzanów an der Grenze zwischen Kleinpolen und Oberschlesien; der Wallfahrtsort liegt am Pilgerweg von Częstochowa nach Mariazell.
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