Kirchen & Klöster
Trzebinia, Kleinpolen
Am 13. Mai 1950 gingen Laien nach Exerzitien in Trzebinia nicht nach Hause, sondern beteten die ganze Nacht vor einer Grotte. So begannen die Fátima-Nachtwachen, für die die Basilika Herz Jesu heute bekannt ist. Die Kirche wird von den Salvatorianern betreut und ist zugleich Heiligtum Unserer Lieben Frau von Fátima. Ihr hoher Backsteinturm an der ul. Głowackiego ist schon von Weitem zu sehen, auch aus dem Zug am Bahnhof Trzebinia.
Die Salvatorianer ließen sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Trzebinia nieder; es war ihre erste Niederlassung auf polnischem Boden. 1910 wurde der Grundstein für eine neugotische Kirche nach Entwurf von Jan Sas-Zubrzycki geweiht. Der Architekt plante eine dreischiffige Basilika mit Querhaus und zwei unterschiedlich hohen Türmen, doch der Erste Weltkrieg unterbrach den Bau, und der Entwurf wurde nie vollständig umgesetzt.
Erst 1954 gingen die Arbeiten nach geänderten Plänen weiter: Der Chor wurde umgebaut, ein einzelner neuer Turm nach Entwurf von Zygmunt Gawlik sowie ein Portikus mit Terrasse über dem Eingang kamen hinzu. Der Rohbau war 1961 fertig, der Innenausbau dauerte bis 1980. Am 10. Juni 1983 weihte Kardinal Franciszek Macharski die Kirche.
1962 brachten die Salvatorianer eine Marienstatue aus Fátima nach Trzebinia und überführten sie 1967 in eine eigens hergerichtete Kapelle. 1997 wurde die Statue mit päpstlichen Kronen gekrönt, und die Kirche erhielt den Rang eines Heiligtums. Am 31. Januar 2013 verlieh die vatikanische Gottesdienstkongregation ihr den Titel Basilica minor; die feierliche Verkündung am 14. September leitete Kardinal Stanisław Dziwisz.
Laut VisitMałopolska finden die Fátima-Andachten mit nächtlicher Gebetswache von Mai bis Oktober jeweils am Samstag nach dem 13. des Monats statt. Jeden Mittwoch wird eine Novene zur Muttergottes von Fátima gebetet, das Patronatsfest fällt auf das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Das Programm der einzelnen Nachtwachen veröffentlicht die Pfarrei auf ihrer Website.
Die Basilika steht an der ul. Bartosza Głowackiego 3 in Trzebinia (Kreis Chrzanów, Kleinpolen). Es ist eine aktive Pfarrkirche, besichtigen Sie das Innere daher außerhalb der Messen; für einen ruhigen Besuch genügen 30–45 Minuten. Wer die Atmosphäre erleben möchte, kommt zu einer Nachtwache zwischen Mai und Oktober, sollte aber mit vielen Pilgern und knappen Parkplätzen rechnen.
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