Paläste
Der Palast in Młoszowa ist eine der merkwürdigsten Residenzen Kleinpolens: ein neugotischer Palast, der sich als mittelalterliche Burg ausgibt. Sein Besitzer Juliusz Florkiewicz ersann die ganze Geschichte einer von den Schweden zerstörten Festung, fertigte ein fiktives Inventar samt Legenden an und veröffentlichte es 1880 in der Zeitschrift „Wieniec” — unter dem erdachten Namen Wawrzyniec Dudziewicz.
Die Residenz entstand in den Jahren 1847 bis 1870 auf dem Gelände eines älteren Gutes der Familie Młoszowski; der Vater des Erbauers, Kajetan Ozdoba-Florkiewicz, war Senator der Republik Krakau. 1862 wurde die „alte Burg” für Besucher geöffnet, die ihre Bewunderung in ein Gedenkbuch eintrugen. 1898 ließ Kajetans Enkel, Graf Juliusz Potocki, den Südteil im Stil der Neorenaissance umbauen — daher der asymmetrische, bewusst uneinheitliche Baukörper.
Um ihn erstreckt sich ein romantischer englischer Park mit Teichen, Schluchten und pseudo-historischen Bauten: dem Floriantor, einem neugotischen Arsenal, dem Belvedere-Bastion und dem Königstor. Unter Hügeln und auf Wegen stehen Statuen von Heiligen und Figuren — viele davon geschaffen von Franciszek Wyspiański, dem Vater von Stanisław Wyspiański.
Seit 2018 gehört die Anlage zur AGH-Universität für Wissenschaft und Technologie in Krakau, die hier ein Lehrzentrum mit Museum plant; der Park bleibt für Bewohner und Touristen geöffnet, im Sommer finden dort Open-Air-Konzerte statt.
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