Städte
Krakau, Kleinpolen
Podgórze mit dem Podgórze-Markt (Rynek Podgórski) ist eine ehemals eigenständige Stadt am südlichen Weichselufer von Krakau (Kraków) – heute einer der spannendsten Stadtteile für einen Spaziergang abseits der großen Touristenströme. Rund um den dreieckigen Marktplatz mit der neugotischen Josephskirche findest du Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, die Gedenkorte des Krakauer Ghettos, den Lasota-Hügel und den Krakus-Hügel mit Blick über die ganze Stadt.
Kaiser Joseph II. verlieh Podgórze am 26. Februar 1784 das Stadtrecht als königliche Freistadt – gegenüber dem damals noch polnischen Krakau, auf der österreichischen Seite der Weichsel. 1785 wurde der Markt angelegt. In napoleonischer Zeit wechselte die Zugehörigkeit mehrfach, Mitte des 19. Jahrhunderts befestigte Österreich die umliegenden Hügel. Am 1. Juli 1915 wurde Podgórze mit Krakau vereinigt. In den Jahren 1941–1943 errichteten die deutschen Besatzer hier das Ghetto für die Krakauer Juden; im Süden des Viertels lag das Lager Płaszów.
Der Platz ist dreieckig und rund 1,6 Hektar groß. Über ihm erhebt sich die Josephskirche (1905–1909) des Architekten Jan Sas-Zubrzycki – ein neugotischer Backsteinbau, dessen Turm an die Marienkirche erinnert. An der Nordseite stehen die ältesten Häuser, einstige Gasthöfe an der Handelsstraße: das Haus zu den Hirschen (Nr. 12) mit dem Relief zweier Hirsche mit nur einem Kopf und der Hof zum Schwarzen Adler (Nr. 13), in dem Frédéric Chopin im Juli 1829 übernachtete. Unter Nr. 1 steht das frühere Rathaus; seit der Sanierung 2015 sind alte Straßenbahngleise im Pflaster sichtbar.
Die Stadt Krakau empfiehlt eine Route für etwa drei bis vier Stunden:
Ja – besonders, wenn du Krakau schon kennst und ein ruhigeres, ursprünglicheres Viertel sehen möchtest. Der Stadtteil ist frei zugänglich, Eintritt kostet nur der Besuch der Museen. Auf Lasota und Krakus-Hügel geht es steil bergauf; im Winter können die Wege matschig oder vereist sein. Beachte die Ruhetage der Museen: Apotheke „Unter dem Adler“ montags und dienstags, MOCAK montags.
Am schönsten ist der Markt am späten Nachmittag, wenn die Sonne auf die Kirchenfassade fällt; nach Einbruch der Dunkelheit werden die Türme angestrahlt. Den Krakus-Hügel hebst du dir am besten für den Sonnenuntergang auf – dann liegt dir ganz Krakau zu Füßen. Unter der Woche ist es deutlich ruhiger als am Wochenende. Wer im Winter kommt, sollte für die Hügel feste Schuhe mitnehmen und die kurzen Tage einplanen: Gegen 16 Uhr wird es dunkel, die Museen schließen teils früher.
Vom Hauptmarkt sind es zu Fuß etwa 2,5 km durch Kazimierz und über die Bernatek-Brücke. Straßenbahnen halten an „Rynek Podgórski“ und „Plac Bohaterów Getta“. Mit dem Auto erreichst du Krakau von Dresden über Görlitz und die A4 nach gut 500 km; im Viertel gilt gebührenpflichtiges Parken.
Eintritt frei
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Geprüft: Oktober 2026