Museen
Krakau, Kleinpolen
Im Krakauer Stadtteil Kazimierz, in der ul. św. Wawrzyńca 15, steht ein Ensemble von Hallen, in denen seit dem späten 19. Jahrhundert nacheinander Pferdebahnen, elektrische Schmalspurstraßenbahnen und Busse untergebracht waren. Das Museum bezeichnet es als europaweit einzigartig — ein nahezu vollständig erhaltenes Depot, an dem sich die ganze Entwicklung des Nahverkehrs ablesen lässt. Seit 1998 hat hier das Museum für Ingenieurwesen und Technik seinen Sitz, und seine Hauptattraktion ist die 2023 mit dem Sybilla-Preis ausgezeichnete Dauerausstellung „Stadt. Technosensibilität“.
Die Stadt Krakau gründete das Museum am 1. Oktober 1998 als Museum für Städtisches Ingenieurwesen; den heutigen Namen trägt es seit März 2022. Die Idee reicht bis 1975 und zum hundertjährigen Jubiläum des Krakauer Nahverkehrs zurück. Als Sitz dienen die historischen Hallen des ältesten Depots der Stadt: das Gebäude der Krakauer Straßenbahngesellschaft von 1882, die einstige Pferdebahnremise und eine Halle von 1912 für Normalspurbahnen.
Nach dem 2021 abgeschlossenen Umbau verdoppelte sich die Ausstellungsfläche auf rund 6.000 m². Bei den Arbeiten kam im Hof ein historischer Benzintank von 1923 zum Vorschein, der heute unter einer Glaspyramide zu sehen ist.
Die Ausstellung „Stadt. Technosensibilität“ betrachtet die Stadt aus der Perspektive von 12 Bereichen der Ingenieurkunst — von Wasserversorgung, Energie und Gas bis zu Stadtplanung, Verkehr und Ökologie. Gezeigt werden über 600 technische Denkmäler, darunter:
In der LAB-Zone können Sie selbst Versuche zu den SI-Einheiten durchführen. Die separate Halle F zeigt historische Straßenbahnwagen. Die Ausstellung erhielt 2023 den Sybilla-Preis, Polens Auszeichnung für das Museumsereignis des Jahres, in der Kategorie neue und modernisierte Dauerausstellungen.
Das Museum hat zwei Zweigstellen: den Stanisław-Lem-Erfahrungsgarten im Lotników-Park und den Hangar Czyżyny. Die Sammlung umfasst über 3.000 Objekte — Maschinen, Werkzeuge sowie elektrische und elektronische Geräte. In die Halle F wurden Gleise für die Krakauer Museumslinie verlegt, auf der gelegentlich historische Straßenbahnen fahren.
Das Museum empfiehlt, mindestens 1,5 Stunden einzuplanen. Das Depot ist dienstags bis sonntags 10:00–18:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 17:00 Uhr), montags geschlossen. Die Dauerausstellung kostet 35 PLN, ermäßigt 28 PLN, Familienticket 95 PLN; dienstags ist der Eintritt frei, die Plätze sind jedoch begrenzt, daher sollten Sie vorab eine kostenlose Eintrittskarte holen. Ein Audioguide ist im Ticket enthalten. Ein gutes Ziel für einen Regentag mit Kindern — und nach dem Besuch sind Sie in wenigen Minuten am Plac Nowy und an der ul. Szeroka.
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