Kirchen & Klöster
An der Szeroka 24 steht die älteste erhaltene Synagoge Polens und eines der wertvollsten Denkmäler der jüdischen Sakralarchitektur in Europa. Die gotisch-renaissancezeitliche, zweischiffige Halle war bis 1939 die Hauptsynagoge der Krakauer jüdischen Gemeinde und beherbergt heute eine Zweigstelle des Museums Krakau mit einer Ausstellung über Geschichte und Kultur der Krakauer Juden.
Errichtet wurde der Tempel vermutlich von böhmischen Juden nach dem Prager Pogrom von 1389; die Quellen nennen die Jahreszahlen 1407 oder 1492, heute geht man von der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert aus. Der Bau verband sakrale und Wehrfunktionen — die Ostmauer lehnte an der Stadtbefestigung. Außer Krakau kannten nur Worms, Regensburg und Prag mittelalterliche Synagogen dieses zweischiffigen Typs.
1557 zerstörte ein Großbrand das Gebäude; der Florentiner Architekt Mateo Gucci baute es wieder auf und verlieh ihm einen Renaissancecharakter, bewahrte dabei aber den zweischiffigen Grundriss und das Kreuzrippengewölbe. Der letzte Brand folgte 1773. Hier hielt Tadeusz Kościuszko eine Rede, in der er die Juden aufrief, für die Freiheit des gemeinsamen Vaterlandes zu kämpfen.
Während der Besatzung verwüsteten die Deutschen das Innere: Sie schafften Silber und Textilien fort und stellten wertvolle Leuchter in der Residenz des Gouverneurs Hans Frank auf dem Wawel auf. Am 28. Oktober 1943 wurden 30 Polen an den Mauern der Synagoge erschossen. Bereits 1958 wurde das Gebäude Museumszwecken übergeben, die Restaurierung war 1959 abgeschlossen. Achten Sie im Inneren auf die zwei schlanken toskanischen Säulen, die das Gewölbe stützen, und auf die erhaltenen Fragmente der Malereien von 1886. Im Sommer findet auf den Terrassen vor der Synagoge das Hauptkonzert des Jüdischen Kulturfestivals statt.
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