Kirchen & Klöster
Krakau, Kleinpolen
Die Alte Synagoge in Krakau (Kraków) an der Szeroka-Straße im ehemals jüdischen Viertel Kazimierz ist die älteste erhaltene Synagoge Polens und eines der bedeutendsten Baudenkmäler jüdischer Architektur in Europa. Jahrhundertelang war sie das Zentrum einer der größten jüdischen Gemeinden des Kontinents. Heute zeigt hier eine Abteilung des Museums Krakau die Geschichte und Kultur der Krakauer Juden – eine Sehenswürdigkeit, die bei keinem Rundgang durch Kazimierz fehlen sollte.
Errichtet haben die Synagoge wahrscheinlich Juden, die nach dem Prager Pogrom von 1389 aus Böhmen nach Krakau kamen. Überliefert sind die Jahreszahlen 1407 oder 1492, die Forschung datiert den Bau heute jedoch eher auf die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Nach einem Großbrand 1557 baute der Florentiner Architekt Matteo Gucci sie im Stil der Renaissance wieder auf – mit der zweischiffigen Halle und dem Kreuzrippengewölbe auf zwei schlanken Säulen, wie man sie bis heute sieht.
1794 sprach hier Tadeusz Kościuszko und rief die Krakauer Juden zum Kampf für das gemeinsame Vaterland auf. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde das Innere geplündert und der Saal als Lager missbraucht; am 28. Oktober 1943 erschossen die Besatzer an den Mauern der Synagoge 30 Polen. Nach dem Krieg war das Gebäude eine Ruine. 1958 wurde es Museumszwecken übergeben, die Restaurierung war 1959 abgeschlossen.
Im hohen Gebetssaal steht in der Mitte die Bima, das Lesepult für die Tora, umgeben von einem schmiedeeisernen Baldachin (das Original ging im Krieg verloren). An der Ostwand befindet sich der steinerne Toraschrein aus der Spätrenaissance mit einer hebräischen Inschrift aus dem Buch der Sprichwörter.
Die Dauerausstellung „Geschichte und Kultur der Krakauer Juden“ zeigt religiöses Leben und Feiertage, das Familienleben (in der früheren Frauenempore) sowie das Schicksal der Gemeinde während des Holocaust. Für den Besuch genügt etwa eine Stunde.
Die Synagoge ist kein aktives Gotteshaus mehr, aber ein Ort des Gedenkens – bitte entsprechend respektvoll auftreten.
Kazimierz liegt südöstlich der Altstadt; vom Hauptmarkt gehst du rund 20 Minuten, vom Wawel 10–15 Minuten. Straßenbahnhaltestellen in der Nähe sind Miodowa und Stradom. Mit dem Auto ist das Viertel wegen enger Gassen und kostenpflichtiger Parkzone wenig praktisch – besser zu Fuß oder mit der Tram.
An der Szeroka-Straße liegen auch die Remuh-Synagoge mit ihrem alten Friedhof sowie in wenigen Gehminuten die Hohe Synagoge, die Isaak-Synagoge und die Tempel-Synagoge. Im Sommer findet auf dem Platz vor der Alten Synagoge das Abschlusskonzert des Festivals der jüdischen Kultur statt. Lohnt sich der Besuch? Auf jeden Fall – am besten als Teil eines halbtägigen Spaziergangs durch Kazimierz, der über die Bernatka-Fußgängerbrücke bis nach Podgórze führen kann.
Poniedziałek 10:00–15:00, wtorek–niedziela 9:00–17:00; ostatnie wejście 30 min przed zamknięciem; dni wyłączone m.in. 8 X, 1, 11, 12 XI, 10, 24, 25, 31 XII 2026.
Normalny 22 zł, ulgowy 16 zł, rodzinny 44 zł; w poniedziałki wstęp bezpłatny.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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