Kirchen & Klöster
An der Szeroka-Straße 40 steht die zweitälteste Synagoge Krakaus — die Renaissance-Synagoge Remuh, erbaut vom Kaufmann und königlichen Bankier Israel ben Josef zu Ehren seiner Frau Malka. Ursprünglich die „Neue“ genannt, trägt sie heute den Namen des berühmten Rabbiners Moses Isserles — des Sohnes des Stifters — nach dem hebräischen Akronym Remuh.
Die königliche Erlaubnis erging am 12. November 1556, wenn auch die Stiftungstafel das Jahr 1553 nennt — wohl den Zeitpunkt des Beschlusses zum Bau. Ein Brand am 1. April 1557 zerstörte den ersten Bau; der Wiederaufbau in Stein begann 1558 unter Leitung des Baumeisters Stanisław Baranek. Der Hauptraum mit 10,4 × 5,1 m ist tonnengewölbt, 1829–1830 wurde im Westen der Frauenraum (Babiniec) angebaut.
Daneben erstreckt sich ein 1551 angelegter Friedhof mit wertvollen Matzewot aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Hier ruhen Moses Isserles, gestorben 1572, sowie seine erste Frau Golda, Tochter des Szlomo Szachna. Auf dem Grabstein des Remuh steht: „Von Moses ist keiner entstanden, der Moses gleich wäre“.
Während der Besetzung diente die Synagoge den Deutschen als Lager für Leichen und Feuerwehrgeräte; die Ausstattung wurde abtransportiert oder zerstört. Die Gemeinde erhielt sie 1947 zurück, die grundlegende Renovierung dauerte 1958–1968, eine weitere 2008–2013 und kostete rund 3,16 Mio. PLN. 2022 war die Remuh eine von nur zwei aktiven Synagogen Krakaus und die einzige mit regelmäßigen Gottesdiensten in orthodoxer Tradition. Am besten verbindet man den Besuch mit einem Spaziergang über die Szeroka, das Herz des ehemaligen jüdischen Viertels.
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