Paläste
Jedlina-Zdrój, Niederschlesien
1944 wurde von diesem weißen Schloss in Jedlina-Zdrój (Bad Charlottenbrunn) aus der Bau des Komplexes Riese im Eulengebirge gesteuert: Hier saß die Bauleitung der Organisation Todt, und das Gebäude trug den Decknamen „Villa Erika“. Heute ist Schloss Tannhausen ein von einer Stiftung betriebenes Museum mit Hotel, Brauerei und Ausstellungen, die die Geschichte des schlesischen Adels mit den dunklen Kapiteln des Zweiten Weltkriegs verbinden. Besichtigt wird es mit Führung, stündlich.
Die ersten Erwähnungen von Jedlinka, früher Tannhausen, stammen aus dem 13. Jahrhundert, als es Herzog Bolko I. dem Strengen von Schweidnitz-Jauer gehörte. Anfang des 17. Jahrhunderts entstand hier ein barocker Gutshof, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts umgebaut wurde – die heutige klassizistische Gestalt stammt aus dieser Zeit. Im Lauf der Jahrhunderte wechselten die Besitzer häufig, darunter die Familien von Pückler, von Klitzing, von Maltzan und Boehm. Letzter privater Eigentümer vor dem Krieg war Gustav Boehm.
1943 kaufte die NS-Volkswohlfahrt (NSV) das Schloss von der Familie Böhm, um hier ein Krankenhaus einzurichten. Anfang 1944 beschlagnahmte jedoch das Militär das Gebäude und machte es zum Sitz der Schlesischen Industriegemeinschaft AG, die für das Projekt Riese zuständig war; im Keller entstand ein Luftschutzraum mit gepanzerten, gasdichten Türen. Im April 1944 übernahm die Organisation Todt, die Bauleitung Oberbauleitung Riese wurde eingerichtet und lenkte vom Schloss aus die Arbeiten im Eulengebirge.
Nach 1945 ging das Schloss an ein Staatsgut und diente unter anderem als Heulager. 2004 erwarb die Firma Felix Investments die Anlage, Schloss und Nebengebäude wurden restauriert. Die 2013 gegründete Stiftung Pałac Jedlinka setzt die Renovierung fort und führt das Haus als Museum; seit 2014 arbeitet in einem der Gutsgebäude die Brauerei Jedlinka. Weitere Räume und der historische Park werden schrittweise zugänglich gemacht.
Das Schloss ist saisonal geöffnet: Oktober bis März samstags und sonntags (Führungen um 11:00, 12:30 und 14:00 Uhr), April bis Juni freitags bis sonntags 11:00–17:00 Uhr, Juli bis September dienstags bis sonntags 10:00–18:00 Uhr, mit stündlichen Führungen und letztem Einlass um 16:00 Uhr (Stand Oktober 2026). Das Schlossticket kostet 40 PLN (ermäßigt 35 PLN), „Amerika“ mit Weltkriegspfad 20 PLN (15 PLN), das Kombiticket 50 PLN (45 PLN). Gruppen ab 15 Personen können ganzjährig nach Anmeldung kommen. Planen Sie für Schloss und Waggon 2 Stunden ein; nach Burg Grodno (Kynsburg) sind es 11 km, nach Osówka (Riese) 12 km und nach Schloss Fürstenstein (Książ) 19 km.
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