Festungen
Sierpnica, Niederschlesien
Bis heute weiß niemand sicher, wozu die Betonhallen und Stollen dienen sollten, die ab 1943 in den Berg Osówka getrieben wurden. Die einen sprechen von einem geheimen Führerhauptquartier, die anderen von unterirdischen Rüstungsfabriken. Die Unterirdische Stadt Osówka, einen Kilometer nördlich des Dorfes Sierpnica, ist der längste zugängliche Teil des Komplexes Riese im Eulengebirge – ein Ort, an dem man dem Rätsel ganz nahe kommt.
Die Arbeiten begannen Mitte 1943. Im präkambrischen Gneis entstand ein System aus Betongängen, Befestigungen und Hallen, dessen Zweck streng geheim gehalten wurde. Eingesetzt wurden Zwangsarbeiter und Häftlinge des Konzentrationslagers Groß-Rosen; im Tal des Bachs Kłobia am Fuß des Berges bestand das Außenlager AL Säuferwasser. Unter Tage gibt es insgesamt rund 1700 m Gänge in drei Stollen, der längste misst etwa 450 m. In einem halten Ziegeldämme Wasser im Tunnel.
Der oberirdische Teil von Osówka gilt als der am weitesten fertiggestellte aller Riese-Objekte. Besonders eindrucksvoll sind zwei Bauten: das „Kasino“, 50 m lang, mit Fensteröffnungen und einer muldenförmig gegossenen Decke, die mit Erde und Pflanzen bedeckt werden sollte, und das „Kraftwerk“ – ein Betonblock mit Behältern und Räumen, in die Einstiegsluken mit Stahlbügeln führen.
Besichtigt wird täglich und nur mit Führung zu festen Einlasszeiten: 10:30, 11:00, 12:00, 13:00, 14:00, 15:00, 16:00 und 17:00 Uhr (bei großem Andrang Änderungen möglich). Tickets für die historische Route gibt es vor Ort ohne Reservierung – spätestens 30 Minuten vor Beginn. Preise: historische Route 40 PLN (ermäßigt 33 PLN), Extremroute 45 PLN (40 PLN), Retro-Route 35 PLN (30 PLN), Kombiticket historisch + extrem 70 PLN. Extrem- und Retro-Route müssen per E-Mail reserviert werden.
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