Festungen
Walim, Niederschlesien
Die Stollen von Walim (Sztolnie Walimskie) in Wüstewaltersdorf (Walim), auch Komplex Rzeczka (Dorfbach) genannt, gehören zu den drei Abschnitten des geheimen NS-Bauprojekts „Riese“, die du heute besichtigen kannst. Im Eulengebirge (Góry Sowie) trieben Häftlinge und Zwangsarbeiter in den letzten Kriegsjahren Gänge und Hallen in den Fels. Wer verstehen will, was der Zweite Weltkrieg in Niederschlesien bedeutete, findet hier einen eindrücklichen, stillen Ort.
Unter dem Decknamen „Riese“ begann 1943 ein gigantisches Bauvorhaben im Eulengebirge und unter Schloss Fürstenstein (Książ). Zunächst führte die Industriegemeinschaft Schlesien die Arbeiten, ab Frühjahr 1944 die Organisation Todt. Es entstanden kilometerlange Stollen und riesige Hallen, doch der Zweck der Bergkomplexe ist bis heute umstritten. Für Fürstenstein gilt ein Führerhauptquartier als wahrscheinlich; bei den Stollen diskutieren Historiker über Bunker, unterirdische Rüstungsfabriken oder Lager.
Der Preis war furchtbar: Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und ab 1944 vor allem jüdische Häftlinge aus Außenlagern des KZ Groß-Rosen mussten hier arbeiten. Die Sterblichkeit war sehr hoch, viele Opfer sind bis heute namenlos. Ein Besuch ist deshalb auch ein Ort des Gedenkens.
Der Komplex Rzeczka liegt im Berg Ostra (Spitzenberg) zwischen Walim und Rzeczka. Die Bohrungen begannen hier im März 1944: Drei Stollen und verbindende Gänge mit zusammen rund 500 m Länge entstanden, nur ein kleiner Teil wurde betoniert. Einzelne Hallen sind bis zu 10 m hoch. Die Führung leitet dich durch rohe, teils überflutete Gänge mit deutlichen Bearbeitungsspuren, vorbei an Exponaten aus der Bauzeit wie Loren der Feldbahn, mit der der Abraum abtransportiert wurde. Draußen stehen eine Stahlbrücke, ein Wachposten und Militärtechnik. Im Winter überwintern in den Stollen Fledermäuse.
Erste eingeschränkte Besuche gab es ab 1995, das Museum besteht seit 2001. Betreiber ist das Kultur- und Tourismuszentrum der Gemeinde Walim.
Stand: Oktober 2026, laut Website des Betreibers:
Die Führung dauert etwa 60 Minuten. Startzeiten werden je nach Andrang festgelegt, in der Hochsaison wartest du mitunter 40 Minuten oder länger; Online-Reservierung gibt es nur an ausgewählten Tagen. Drinnen herrschen 5–7 °C und hohe Luftfeuchtigkeit – Jacke und feste Schuhe sind Pflicht. Laut Betreiber richtet sich der Besuch an Jugendliche und Erwachsene, Tiere sind nicht erlaubt (außer Blindenhunde). Zur Barrierefreiheit gibt es keine Angaben.
Walim liegt rund 85 km südwestlich von Breslau (Wrocław); mit dem Auto brauchst du etwa anderthalb Stunden. Von Görlitz bist du über die Autobahn A4 in gut zwei Stunden da, von Dresden in etwa drei. Die Stollen liegen an der Woiwodschaftsstraße 383 am Südrand von Walim, mit kostenlosem Parkplatz. Busverbindungen sind dünn – das Auto ist die praktischste Wahl.
Ja – besonders in Kombination mit weiteren Riese-Anlagen: Komplex Włodarz und die Unterirdische Stadt Osówka liegen nur wenige Kilometer entfernt, Schloss Fürstenstein in Waldenburg (Wałbrzych) hat eigene Riese-Stollen. Der Betreiber bietet außerdem ein Kombiticket mit der Burg Kynsburg (Zamek Grodno) in Zagórze Śląskie an.
Zeiten gültig bis 30. April 2027
Zwiedzanie z przewodnikiem od 9:00; październik–kwiecień ostatnie wejście pon.–pt. 16:00, sob.–niedz. i święta 17:00 (maj–wrzesień o godzinę później); nieczynne w Niedzielę Wielkanocną, 1.11 i 24–25.12.
Normalny 40 zł, ulgowy 30 zł, dzieci do 4 lat bezpłatnie; audioprzewodnik (EN/DE/CZ/FR) 14 zł.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026