Kirchen & Klöster
In Tworków im Ratiborer Land, unweit der tschechischen Grenze, steht die barocke Kirche St. Peter und Paul — sie gilt als eines der wertvollsten Barockwerke dieser Region. Unter ihrem Fußboden verbirgt sich eine Familiengruft mit elf Särgen von 1650, die erst 1993 entdeckt wurde.
Die Pfarrei Tworków ist bereits 1339 belegt. Der Brand vom 2. Mai 1676 zerstörte Kirche, Pfarrhaus und einen Teil des Dorfes; bis Anfang der 1690er Jahre diente eine behelfsmäßige Holzkirche. Der Bau der heutigen Kirche begann am 6. April 1691: bis 1692 leitete Meister Graffenrenter die Arbeiten, vollendet wurden sie von Jan Zeller aus Troppau im Jahr 1694. Die Konsekration folgte 1697, ins Denkmalregister wurde die Kirche 1955 eingetragen.
Das größte Geheimnis der Kirche kam erst 1993 ans Licht: Unter der Patronatsloge, von der die Familie Reiswitz, frühere Besitzer von Tworków, die Messen verfolgte, entdeckte man eine Gruft mit elf Särgen von 1650. Darin ruhen Wacław von Reiswitz, seine Frau Ewa Wilczek und ihre neun Kinder; die Särge selbst gelten als Kunstwerke.
Der Hochaltar zeigt ein Bild der Muttergottes mit dem Kind aus dem 17. Jahrhundert, gemalt auf Holz; daneben zwei Seitenaltäre und eine reich geschnitzte Kanzel. Um die Kirche liegt ein Friedhof mit historischen Grabsteinen, 2002 erhielt das Objekt eine Auszeichnung im Wettbewerb Gepflegtes Denkmal. Adresse: Główna-Straße 19, daneben kostenloser Parkplatz; 400 m weiter das Schloss Tworków.
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