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Ratibor, Schlesien
Neben der ältesten Kirche von Racibórz (Ratibor) liegt ein kleiner Platz mit Brunnen und Bänken. Er trägt den Namen von Prälat Stefan Pieczka, viele Jahre Pfarrer der benachbarten Pfarrkirche – ein Mann, von dem die Einheimischen sagen, er habe mit jedem reden können. An heißen Tagen setzt man sich hier ans Wasser und lernt nebenbei eine wichtige Persönlichkeit der Nachkriegsstadt kennen.
Stefan Pieczka wurde am 25. Dezember 1932 in Bytom-Miechowice geboren. Nach dem Priesterseminar in Opole war er Vikar in Zabrze, dann Pfarrer in Kietrz und Racibórz; an der Katholischen Universität Lublin erwarb er zudem einen Magister in Kirchengeschichte. 1980 wurde er bei einem Autounfall schwer verletzt und kümmerte sich seither besonders um Kranke. 1985 erhielt er den Titel eines päpstlichen Ehrenprälaten. Er starb nach langer Krankheit am 19. Juni 1991 und ruht auf dem Friedhof Jeruzalem.
Weggefährten betonen seine Offenheit: Er förderte den Dialog mit anderen Konfessionen, verband alte und neue Kirchenmusik und konnte während des Kriegsrechts, als eine Welle von Gefängnisrevolten das Land erfasste, vermitteln und die Lage beruhigen. Außerdem war er Fußballfan. Seit 2003 vergibt Racibórz in seinem Namen die Medaille Unitas in Veritate für soziales und karitatives Engagement; bis 2021 erhielten sie 69 Menschen.
Der Platz ist ein kleiner städtischer Ruheort: ein Brunnen, Holzbänke, gepflasterte Wege und Bäume, am Eingang ein Schild mit der Aufschrift „Skwer im. ks. prałata Stefana Pieczki“. Direkt daneben steht die Kirche Mariä Himmelfahrt, die gotische Pfarrkirche aus dem frühen 13. Jahrhundert – die älteste der Stadt. Wenn Sie hineinwollen, prüfen Sie die Messzeiten, denn es ist die aktive Pfarrei, die Pfarrer Pieczka jahrelang leitete.
Für den Platz selbst genügt eine Viertelstunde – am besten als Pause bei einem Altstadtspaziergang zwischen Pfarrkirche und Marktplatz. Im Sommer spendet der Brunnen etwas Kühle, die Bänke stehen im Schatten der Bäume. Die Medaillen in Pfarrer Pieczkas Namen werden bei einer Gala im Kulturzentrum Racibórz verliehen, der eine Messe in der Pfarrkirche vorausgeht – 2021 fand sie im Juni statt, zum 30. Todestag.
Eintritt frei
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