Festungen
Racibórz wurde früher ummauert als die meisten Städte Oberschlesiens: Die erste belegte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1299, als Herzog Przemysław von Racibórz den Vogt mit dem Bau von Wehrmauern beauftragte. Der Ring von rund 1,8 Kilometern Länge umfasste zwanzig Hektar Stadtgebiet.
Die ältesten Befestigungen, bereits aus dem 13. Jahrhundert, bestanden aus Graben, hölzernen Wänden und Toren. Im 14. Jahrhundert wurden die Mauern erweitert und von einem rund 3,7 Meter tiefen Graben umgeben. Im 17. Jahrhundert verstärkten sie neun Bastionen; die Mauern blieben stellenweise bis zu 9 Meter hoch erhalten. An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert begann man mit dem Abbau: 1818 wurde das Große Tor beseitigt, 1828 das einsturzgefährdete Odertor abgetragen. Heute sehen Sie Mauerfragmente am Długosz-Platz, an der Basztowa-Straße und in der Nähe der Piastenburg.
Das charakteristischste Relikt ist die Renaissance-Gefängnisbastion, erbaut um 1574 nach einem Stadtbrand. Ursprünglich zur Stadtseite offen, hat sie heute vier Wände, ein stark profiliertes Gesims, eine Attika mit Schlüsselloch-Schießscharten und vier Ecktürmchen. Sie diente auch als Gefängnis — Häftlinge saßen in einem mit Stroh ausgelegten „kalten Zimmer". Saniert wurde sie 1958 und 1994.
Das Bild der Bastion fand Eingang in das Logo von Racibórz, und am 7. Mai 2007 gab die Nationalbank Polens eine Gedenkmünze von 2 PLN mit diesem Motiv aus — die Stadt schloss sich so den 32 historischen Städten Polens an.
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