Kirchen & Klöster
Pruchnik
Von walachischen Truppen niedergebrannt, als calvinistisches Gotteshaus genutzt, zweimal von Einfällen verwüstet und nach Bränden wieder aufgebaut – die St.-Nikolaus-Kirche in Pruchnik blickt auf fast sechs bewegte Jahrhunderte zurück. Dennoch hat ihr gotischer Steinbau mit Strebepfeilern in dem Städtchen überdauert, das für seine Holzhäuser mit Laubengängen bekannt ist. In und an der Kirche warten einige Details, die man leicht übersieht.
Die Pfarrei entstand vermutlich zusammen mit der Stadtgründung; das erste Dokument, das den Pfarrer Bernard von Pruchnik erwähnt, stammt vom 24. Juni 1397. Die steinerne gotische Kirche ließ der Grundherr Konstanty Rozborski 1436 errichten: mit Strebepfeilern, Schindeldach, einer Marienkapelle im Süden und einer Annakapelle im Norden. Manche Darstellungen datieren den ersten Bau bereits ins 14. Jahrhundert – die Quellen gehen auseinander.
1498 brannten Walachen Kirche und Stadt nieder. 1570–1607 diente das Gotteshaus als calvinistische Kirche und verlor dabei vermutlich seine ursprüngliche Ausmalung. Nach einem Brand 1636 baute Pfarrer Jan Lipowicz die Kirche noch im selben Jahr wieder auf, deckte das Dach mit Blech, fügte einen Glockenturm hinzu und beschaffte zwei Glocken von 600 und 120 kg. Weitere Schäden brachten die Einfälle der Truppen Rákóczis 1657 und der Tataren 1672. Am 14. Mai 1684 weihte Bischof Jan Dębski die Kirche erneut dem hl. Nikolaus; ob es ein Neubau oder die wiederhergestellte alte Kirche war, ist bis heute unklar.
Unter dem Hochaltar ruht Pfarrer Tomasz Brzezicki, gestorben 1790; die Särge aus den Grüften waren bereits 1758 auf den Kirchhof verlegt worden. Die Glocken hatten wenig Glück: 1916 nahmen die österreichischen Behörden die beiden kleineren mit, 1941 holten die Deutschen die beiden historischen Glocken von 1636. Neben der Kirche gibt es ein Pfarrmuseum mit Alltagsgegenständen aus Pruchnik und Umgebung sowie Erinnerungsstücken an den seligen Bronisław Markiewicz.
2024–2025 wurde die Kirche für über 1,3 Mio. PLN saniert und restauriert, überwiegend finanziert aus einem staatlichen Denkmalprogramm.
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