Kirchen & Klöster
Pruchnik, Karpatenvorland
Der Überlieferung nach trug 1680 eine arme Witwe ihr von einer Kreuzotter gebissenes Kind auf den Hügel, wusch es mit Wasser aus der Quelle unter einem an einem Baum hängenden Marienbild – und der Junge wurde gesund. Mit dieser Geschichte begann die Verehrung in Jodłówka, einem Dorf der Gemeinde Pruchnik im Dynów-Vorgebirge im Südosten Polens. Heute steht auf dem Marienberg (Góra Świętej Maryi) das neugotische Heiligtum der Muttergottes des Trostes, dessen Gnadenbild 1975 von Kardinal Karol Wojtyła, dem späteren Papst Johannes Paul II., gekrönt wurde.
Das Bild stammt vom Anfang des 17. Jahrhunderts und ist das Werk eines unbekannten Malers, vermutlich aus der Lemberger Schule. Der Überlieferung nach brachten Soldaten es aus der Burg der Familie Herburt in Dobromyl mit. Um 1700 wuchs die Verehrung: 1724 setzte Bischof Jan Krzysztof Szembek eine Kommission zur Prüfung der Gebetserhörungen ein, 1731 wurden tägliche Messen für Pilger erlaubt, und 1774 verlieh Papst Clemens XIV. der Kapelle einen vollkommenen Ablass. 1780 ersetzte eine gemauerte Kapelle den hölzernen Bildstock.
Der Bau der heutigen Kirche begann 1864 auf Betreiben von Pfarrer Antoni Gierad, 1871 wurde sie gesegnet und 1907 von Bischof Józef Sebastian Pelczar konsekriert. Die Ausmalung stammt von Zygmunt Wiglusz. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Pläne für eine Krönung – während der Besatzung drohte für einen feierlichen Gottesdienst in der Kirche die Todesstrafe. 1946 wurde das Bild offiziell als Gnadenbild anerkannt und am 31. August 1975 gekrönt.
Das Gemälde misst 65 × 96 cm und ist eine Kopie der Muttergottes von Leżajsk: Maria trägt das Kind auf dem linken Arm, Jesus hebt die rechte Hand zum Segen. Die Leinwand litt so stark unter Feuchtigkeit und unter den angenagelten Votivgaben, dass man die Figuren ausschnitt und auf violetten Stoff über einer Holztafel klebte. In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1987 wurden die vergoldeten Kronen gestohlen; Papst Johannes Paul II. krönte das Bild am 2. Juni 1991 in Rzeszów erneut.
Die Adresse lautet Jodłówka 307, 37-560 Pruchnik. Messen finden sonntags um 7:00, 9:00, 11:00 und 17:00 Uhr (im Winter 16:00 Uhr) und werktags um 7:00 und 18:00 Uhr (im Winter 17:00 Uhr) statt – dann sehen Sie das Innere am einfachsten. Für Kirche und Quelle sollten Sie 30–45 Minuten einplanen. Pilgergruppen kommen zu Fuß aus den Nachbardörfern und mit dem Rad aus Przeworsk, an Festtagen und Anfang Mai kann es daher voll werden. Hinweis: Das Heiligtum liegt in der Gemeinde Pruchnik im Kreis Jarosław, nicht in Przeworsk.
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