Paläste
Zarzecze, Karpatenvorland
Erster Gast im Palast von Zarzecze war Fürstin Izabela Czartoryska persönlich – kein Wunder, denn Magdalena Morska, geborene Dzieduszycka, nahm sich für ihre Residenz Czartoryskas Landsitz Puławy zum Vorbild. Derselbe Architekt, Christian Piotr Aigner, Schöpfer des Sibyllentempels in Puławy, setzte an den klassizistischen Palast über der Mleczka eine Rotunde mit dorischer Kolonnade. Heute beherbergt der Palast das Dzieduszycki-Museum mit Originalmöbeln, umgeben von einem romantischen Park mit uralten Eichen.
Der Palast entstand für Magdalena und Ignacy Morski zu Beginn des 19. Jahrhunderts – die Quellen nennen 1807–1810 oder 1807–1812. Aigner hatte zuvor u. a. das Statthalterpalais in Warschau umgebaut, den heutigen Präsidentenpalast. Die Hausherrin entwarf die Innenräume selbst: Nach ihren Zeichnungen entstanden Empire-Möbel, Parkettböden und Stuckdekor, vieles davon ist erhalten. Auf einem benachbarten Hügel plante sie eine Kirche nach dem Vorbild der Pariser Madeleine; vollendet hat sie erst ihr Neffe Włodzimierz Dzieduszycki.
Anfang 1819 gab die Gräfin hier einen Ball, den der Tagebuchschreiber Franciszek Ksawery Prek samt der Wohnung im Obergeschoss beschrieb. Nach ihrem Tod 1847 erbte ihr Bruder Józef Kalasanty Dzieduszycki. Jahrzehntelang war Zarzecze Sommersitz der Familie, in den 1920er-Jahren wurde es ihr ständiges Zuhause. Der Palast bot nach dem Novemberaufstand von 1830/31 gegen die russische Herrschaft Aufständischen Zuflucht, im Zweiten Weltkrieg Soldaten der Heimatarmee und Flüchtlingen. 1942 versteckte sich hier Pfarrer Stefan Wyszyński, der spätere Primas von Polen, unter dem Decknamen „Schwester Cecylia“.
Im Herbst 1944 verstaatlichten die neuen kommunistischen Machthaber das Gut und richteten in den Gebäuden eine Landwirtschaftsschule ein. Möbel, Gemälde und Archivalien kamen ins Museum in Jarosław. Dank der Zusammenarbeit von Familie und Gemeinde wurde im Palast am 23. April 2008 ein Museum eröffnet, eine Filiale des Museums im Orsetti-Haus in Jarosław.
Das Museum (ul. Księdza Gajeckiego 5, Zarzecze) wird zu festen Einlasszeiten besichtigt, im Winter mit Führung. November bis April: Dienstag–Samstag 10:00–16:00 Uhr, Einlass um 10:00, 11:30, 13:00 und 14:30 Uhr. Mai bis Oktober: Dienstag–Samstag 11:00–17:00 Uhr (Einlass 11:00, 12:30, 14:00, 15:30 Uhr), Sonntag 12:00–17:00 Uhr (12:00, 13:30, 15:00 Uhr). Montags geschlossen, im Winter auch sonntags. Preise im Oktober 2026: regulär 20 PLN, ermäßigt 10 PLN, Familienticket 50 PLN; der Zugang zur Rotunde (mit Überschuhen) kostet zusätzlich 5 PLN. Donnerstags ist der Eintritt in die Dauerausstellungen für Einzelbesucher frei. Für Palast und Parkspaziergang sollten Sie 1,5–2 Stunden einplanen. Zarzecze ist ein eigenes Dorf und eine eigene Gemeinde im Kreis Przeworsk, kein Ortsteil von Przeworsk – geben Sie die Museumsadresse ins Navi ein.
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