Museen
Markowa, Karpatenvorland
Das Museum der Polen, die im Zweiten Weltkrieg Juden retteten, benannt nach der Familie Ulma, steht im Dorf Markowa im Südosten Polens. Es erzählt von Menschen aus dem heutigen Karpatenvorland, die während der deutschen Besatzung jüdische Nachbarn versteckten – und von dem Preis, den viele dafür zahlten. Namensgeber sind Józef und Wiktoria Ulma und ihre Kinder, die 1944 von deutschen Besatzern ermordet wurden, weil sie acht Juden Zuflucht gegeben hatten. Ein kleines, sehr bewegendes Museum, das sich auch für Besucher aus Deutschland unbedingt lohnt.
Markowa liegt etwa 8 km südöstlich von Łańcut und rund eine halbe Autostunde von Rzeszów entfernt. Aus Deutschland erreichst du die Region über Görlitz, Breslau (Wrocław) und Krakau (Kraków) durchgehend auf der Autobahn A4 bis zur Ausfahrt Łańcut. Der nächste Flughafen ist Rzeszów-Jasionka (RZE). Am bequemsten kommst du mit dem Auto, Busverbindungen ab Łańcut solltest du vorher prüfen.
Józef und Wiktoria Ulma waren Bauern in Markowa. Sie heirateten 1935 und hatten sechs Kinder – Stanisława, Barbara, Władysław, Franciszek, Antoni und Maria; Wiktoria erwartete ihr siebtes Kind. Józef war ein vielseitiger Mensch: Er fotografierte, betrieb Garten- und Obstbau, Imkerei und Buchbinderei. Seine Fotos vom Dorfleben sind heute ein wertvolles Zeitdokument.
Während der Besatzung versteckten die Ulmas acht Juden aus den Familien Szall und Goldman. Nach einer Denunziation erschossen deutsche Gendarmen unter dem Kommando von Leutnant Eilert Dieken am 24. März 1944, unterstützt von polnischer Hilfspolizei unter deutschem Befehl, zuerst die versteckten Juden und dann die gesamte Familie Ulma – auch die Kinder. Im besetzten Polen stand auf Hilfe für Juden die Todesstrafe. 1995 ehrte Yad Vashem Józef und Wiktoria als Gerechte unter den Völkern, und am 10. September 2023 wurde die ganze Familie in Markowa seliggesprochen – die erste Seligsprechung einer ganzen Familie im 21. Jahrhundert. Andere Dorfbewohner von Markowa retteten während des Krieges 21 Juden.
Das Museum wurde am 17. März 2016 eröffnet. Das Gebäude von Nizio Design International ist bewusst schlicht gehalten und greift die Form eines einfachen Bauernhauses auf. Im Zentrum der Ausstellung steht ein gläserner Kubus von 5 × 8 m – ein Modell des Ulma-Hauses im Maßstab 1:1; das Originalhaus ist nicht erhalten.
Die Dauerausstellung in einem Saal gliedert sich in sieben Teile: Polen und Juden in der Region vor 1939, die deutsche Besatzung, Polen, die Juden retteten, Verstecke, wegen ihrer Hilfe ermordete Polen, die Familie Ulma und die Nachkriegszeit. Fotos, Dokumente, Zeitzeugenberichte und Dokumentarfilme sind auf Polnisch, Englisch und Hebräisch beschriftet – deutsche Texte gibt es nicht.
Draußen lohnen sich:
Plane 1 bis 1,5 Stunden ein. Das Museum empfiehlt die Ausstellung ab 12 Jahren. Einzelbesucher erkunden sie selbstständig; Gruppen können Führungen auf Polnisch oder Englisch buchen (mindestens eine Woche vorher). Dienstags ist der Eintritt frei.
Das Gebäude ist ebenerdig, die Dauerausstellung beginnt direkt hinter der Kasse. Neben dem Eingang gibt es eine barrierefreie Toilette, auf Wunsch erhältst du an der Kasse einen Stuhl. Auf der internen Zufahrt, auf Höhe des Platzes, ist ein Behindertenparkplatz ausgewiesen – das Museum bittet um vorherige Anmeldung. Bei der schweren Eingangstür hilft das Personal. Der Obstgarten der Erinnerung liegt an einem steilen Hang und ist schwerer zugänglich; nach telefonischer Absprache begleiten dich Mitarbeiter. Assistenzhunde sind erlaubt.
Stand: Oktober 2026, laut Museum:
Ja, unbedingt. Wenn du in Krakau das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz oder die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht hast, ergänzt Markowa diese Orte um eine wichtige Perspektive. Das Museum zeigt, wie sich gewöhnliche Bauernfamilien trotz tödlicher Gefahr für ihre jüdischen Nachbarn entschieden. Verbinde den Besuch mit Schloss Łańcut und der barocken Synagoge von Łańcut – beides liegt nur wenige Kilometer entfernt.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
Kwiecień–październik wt.–nd. 10–18, listopad–marzec wt.–nd. 10–16; poniedziałki nieczynne; ostatnie wejście 45 min przed zamknięciem; zamknięte m.in. 1.11 oraz 24–25.12.2026.
Normalny 25 zł, ulgowy 15 zł, 7–26 lat 10 zł, Karta Dużej Rodziny 12 zł; we wtorki wstęp wolny.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026