Kirchen & Klöster
Skoroszyce, Oppeln
Die Einheimischen nennen sie einfach die „Kirche im Feld“. Die neugotische Kirche der Kreuzauffindung und der Muttergottes von Tschenstochau steht einsam zwischen Feldern und Wiesen direkt an der Landesstraße 46 von Nysa (Neisse) in Richtung Niemodlin und Opole, rund 1,5 km vom Dorf Sidzina in der Gemeinde Skoroszyce entfernt. Ihr hoher, schlanker Turm bringt viele Autofahrer dazu, aus reiner Neugier anzuhalten.
Der örtlichen Überlieferung nach fand ein Bauer an dieser Stelle ein Kreuz und wollte es der Kirche schenken. Aus unerklärlichen Gründen tauchte das Kreuz jedoch wieder auf dem Feld auf, genau am selben Ort. Als sich das zweimal wiederholte, sahen die Dorfbewohner darin ein Zeichen und errichteten hier eine Kapelle. Daran erinnert ein Tympanon in Sgraffito-Technik.
Die heutige Kirche entstand 1873 an der Stelle einer älteren Kapelle, die vermutlich aus dem Jahr 1680 stammte. Sie hat den Grundriss eines griechischen Kreuzes und einen neugotischen Turm. Mit der Zeit wurde sie zum Wallfahrtsort der Menschen aus der Umgebung und, wie das regionale Tourismusportal berichtet, zu einem Treffpunkt für Verliebte.
Die Gemeinde bezeichnet sie als Ablasskirche, also als Ort von Wallfahrts- und Patronatsfesten. 2023 erhielt die Gemeinde Skoroszyce aus dem staatlichen Programm zum Wiederaufbau von Baudenkmälern eine Förderzusage von bis zu 980.000 PLN für ihre Sanierung.
Auch Sidzina selbst hat eine interessante Geschichte. Laut Gemeinde stammt der Großteil der heutigen Bewohner von Bergbauern aus der Gegend um Żywiec in Südpolen ab, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg hier niederließen. Im Dorf steht außerdem die historische Pfarrkirche St. Peter und Paul, die bereits 1302 erwähnt wird, 1638 abbrannte und vor 1651 wieder aufgebaut wurde.
Am schönsten wirkt die Kirche von außen, vom Feldweg aus, wenn man sie ganz vor der Kulisse der Felder sieht. Außerhalb der Gottesdienste ist die Kirche nicht unbedingt geöffnet, fragen Sie also vorab bei der Pfarrei in Sidzina nach, wenn Sie hinein möchten. Am Eingang lohnt ein Blick auf das Sgraffito-Tympanon mit der Geschichte des gefundenen Kreuzes. Für einen Halt genügt eine Viertelstunde, bei gutem Wetter bietet sich ein kurzer Spaziergang durch die Felder an. Die Straße 46 ist stark befahren, halten Sie daher nur dort, wo es sicher ist.
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