Historische Orte
Neben der Kreuzerhöhungskirche in Kopice bei Grodków steht das neoklassizistische Mausoleum von Johanna und Hans Ulrich Schaffgotsch. Das Grabmal aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erinnert an das „schlesische Aschenbrödel“, die Erbin des Vermögens von Karol Godula.
Johanna Gryczik wurde 1842 in eine arme Familie in Poremba, heute ein Stadtteil von Zabrze, geboren. 1846 kam sie in den Haushalt von Karol Godula, einem der reichsten Industriellen Oberschlesiens. Als Godula am 6. Juli 1848 starb, war seine Haupterbin die damals sechsjährige Johanna: Sie erbte unter anderem 4 Galmei- und 6 Steinkohlengruben sowie fast 70.000 Morgen Felder und 3.500 Morgen Wald. 1859 heiratete sie Graf Hans Ulrich von Schaffgotsch, und gemeinsam machten sie aus dem Erbe eine stattliche Schloss- und Parkanlage.
Das neoklassizistische Grabmal mit seinem schlichten, rechteckigen Baukörper entstand neben der Kirche von 1802–1822. Beigesetzt wurden dort ausschließlich das Ehepaar Schaffgotsch; das zweite Familiengrab steht tief im 64 Hektar großen Landschaftspark hinter dem Schloss.
Beide Gräber wurden 1945 geplündert und geschändet. Erst 1977 sammelten der Kopicer Pfarrer und der Enkel des Paares – ebenfalls Hans Ulrich Schaffgotsch – die Gebeine und bestatteten sie in einem Gemeinschaftsgrab neben dem Mausoleum. Im Inneren stehen heute zwei leere Sarkophage, und das Gebäude wird allmählich restauriert. Die Anlage ist ganzjährig von außen zu besichtigen; in 400 Metern Entfernung erheben sich die Ruinen des Schlosses in Kopice.
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