Kirchen & Klöster
Złotoryja, Niederschlesien
Złotoryja (Goldberg) besitzt das älteste Stadtrecht Polens, 1211 von Herzog Heinrich dem Bärtigen verliehen, und seine Pfarrkirche ist kaum jünger. Die Kirche Mariä Geburt gehört zu den nur etwa zwanzig städtischen Pfarrkirchen Schlesiens, deren Anfänge in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts reichen. Gebaut wurde sie, als man in den Bächen der Umgebung noch Gold wusch.
Sehr wahrscheinlich begannen die Bewohner schon vor 1211 mit dem Bau, unterstützt von Heinrich dem Bärtigen. Zuerst entstanden die Fundamente von Chor und Querhaus; geplant waren drei halbrunde Apsiden, doch man änderte das Konzept und schloss den Chor fünfseitig. Um 1270 übernahmen die Johanniter das Patronat und prägten Erweiterungen und Renovierungen über Jahrhunderte. In späteren Phasen wurde aus der geplanten Basilika eine Hallenkirche mit weiteren Jochen, Hauptportal und Westturm. Auch Renaissance und Reformation hinterließen Spuren.
Seit 2014 ist die Kirche Lokales Heiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes.
Gebaut ist die Kirche aus feinkörnigem Oberkreide-Sandstein. Sie ist nicht klassisch nach Osten ausgerichtet, sondern von Nordost nach Südwest. Im Mittelalter umgab sie ein ummauerter Friedhof und ein Graben. Valentin Trotzendorf, der berühmteste Sohn der Stadt, leitete hier im 16. Jahrhundert ein bekanntes Gymnasium; begraben ist er in Legnica (Liegnitz).
Die Kirche steht direkt am Markt und passt in jeden Altstadtrundgang. Beginnen Sie außen, um Masken und Portale zu finden, gehen Sie dann hinein und – wenn der Turm geöffnet ist – hinauf zum Panorama mit dem Riesengebirge am Horizont. Planen Sie etwa eine Stunde ein. Wenige Minuten entfernt stehen der Schmiedeturm und am Nikolaiberg das Goldbergwerk „Aurelia“.
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