Burgen
Burg Grodziec steht auf einem einsamen Basalthügel in 389 m Höhe und beherrscht seit fast 900 Jahren das Bober-Katzbach-Vorgebirge. Die erste Erwähnung stammt aus der Bulle Papst Hadrians IV. vom 23. April 1155, und 1175 gehörte die Anlage bereits Herzog Boleslaw I. dem Langen. Von den Mauern reicht der Blick bis zum Riesengebirge.
Herzog Bolko I. erweiterte die Burg 1296-1301, in der Hussitenzeit wurde sie von den Hussiten erobert, und im September 1633 brannte ein großer Teil der Gebäude nieder. Ihr Renaissancelook geht auf Arbeiten in den Jahren 1522-1524 unter Wendelin Rosskopf zurück. Der quadratische Bergfried mit 16 m Seitenlänge und über 26 m Höhe hat sechs Ebenen.
Im Jahr 1800 ließ Graf Hans Heinrich VI. von Hochberg einen Teil des Palas wieder aufbauen; die Burg galt damals als erstes Denkmal Europas, das eigens für den Tourismus hergerichtet wurde. In den Jahren 1906-1908 beauftragte Willibald von Dirksen den Architekten Bodo Ebhardt, der der Burg ihr heutiges Aussehen gab. 1945 lagerten auf der Burg Bestände Breslauer Museen und der Berliner Staatsbibliothek.
Auf dem Innenhof steht ein Brunnen, aus dem Hunderte Gegenstände vom Spätmittelalter bis zum 20. Jahrhundert geborgen wurden. 2004-2005 drehte man hier Produktionen schwedischen, französischen und russischen Fernsehens; heute finden Veranstaltungen wie die Witcher School statt, ein Live-Rollenspiel in der Welt des Hexers.
Planen Sie etwa eine Stunde für die Mauern und den Aufstieg auf den Turm sowie Zeit für den Vorhof mit 270 x 140 m ein. Die Burg führt einen eigenen Veranstaltungskalender; prüfen Sie daher vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.
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