Burgen
Łupki, Niederschlesien
Auf dem Burgberg (383 m) über dem Bober stehen die Ruinen einer Burg, die ihre Betreuer als älteste gemauerte Burg Schlesiens bezeichnen. Der erste Steinbau entstand hier nach 1160 auf Initiative von Herzog Bolesław dem Langen, und auch Heinrich der Bärtige und die heilige Hedwig von Schlesien hielten sich hier auf. Heute ist sie eine stimmungsvolle Ruine mit romanischen Mauern und Rundturm, die täglich besichtigt werden kann.
Die Burg entstand an der Stelle einer Burganlage, die in einer Bulle von Papst Hadrian IV. von 1155 als castrum Valan, Sitz einer Kastellanei, erwähnt wird. Die erste gemauerte Anlage bestand aus einem romanischen Wohnbau, einer Kapelle und einem sechseckigen Turm, vollendet wohl von Bolesławs Sohn Heinrich dem Bärtigen. Bald ersetzte man den sechseckigen Turm durch einen runden mit 12 m Durchmesser und bis zu 3 m dicken Mauern; er ist erhalten und heute etwa 12 m hoch.
Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Burg zum Lieblingssitz des streitbaren Herzogs Boleslaw II. des Kahlen. Im Turm hielt er 1257 den Breslauer Bischof Thomas I. gefangen und 1277 seinen eigenen Neffen, Herzog Heinrich IV. Probus. 1428 belagerten die Hussiten die Burg vergeblich, ab 1465 gehörte sie dem Raubritter Hans von Zedlitz, der sogar die Bürger von Wleń (Lähn) ausplünderte. Das Ende kam im Dreißigjährigen Krieg: 1646 ließ der kaiserliche Feldherr Raimondo Montecuccoli die Burg sprengen, damit sie nie wieder als Stützpunkt dienen konnte. Der neue Besitzer, Oberst Adam von Kaulhaus, baute statt eines Wiederaufbaus ein Schloss am Fuß des Berges.
Auf dem Gipfel sind Teile des romanischen Herzogsbaus und der Ringmauer erhalten, der Rundturm sowie spätere Teile der sogenannten mittleren Burg aus dem 14. Jahrhundert. Den Hof der Oberburg betreten Sie heute durch eine ehemalige Schlupfpforte. Bei gutem Wetter reicht der Blick vom Burgberg bis zum Riesengebirge, zum Bober-Katzbach-Gebirge und ins Isergebirgsvorland.
2005 musste die Burg wegen herabfallender Steine geschlossen werden, am 9. April 2006 stürzte die Südwestmauer ein und der Turm neigte sich stark. 2009 begannen Sicherungsarbeiten, seit 2018 sind Besucher wieder auf dem Berg willkommen. Seitdem betreut das Konsortium Warownia die Burg, gebildet von der Gilde der Sudetenführer und dem Verein „Fürstenturm in Siedlęcin“. Jedes Jahr veranstaltet es Freiwilligencamps, bei denen weitere Teile des Burgbergs freigelegt werden.
Die Burg liegt im Weiler Wleński Gródek, oberhalb von Wleń, und ist täglich geöffnet. Einen Parkplatz gibt es nicht, und an der schmalen Straße abgestellte Autos behindern landwirtschaftliche Fahrzeuge. Parken Sie besser in Wleń und gehen Sie über den gelb oder grün markierten Weg hinauf, dabei sehen Sie auch den sanierten Marktplatz. Für Ruine und Rundgang genügt etwa eine Stunde. Besuchsregeln und eventuelle Eintrittspreise finden Sie auf der Website der Burg.
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