Kirchen & Klöster
Lubomierz (Liebenthal), Niederschlesien
Die hoch aufragende, dreigeschossige Fassade dieser Kirche überblickt Lubomierz (Liebenthal) vom höchsten Punkt der Stadt. Sie ist das Herz des ehemaligen Benediktinerinnenklosters, mit dem die Geschichte der Stadt begann, und eine der prächtigsten Barockkirchen dieses Teils Niederschlesiens. Innen erwarten Sie bemalte Gewölbe, eine kunstvolle Kanzel und eine Orgel, die bis heute gespielt wird.
Lubomierz wird erstmals 1278 erwähnt, in einem Privileg Herzog Heinrichs IV., das Jutta von Liebenthal den Bau einer Kirche und eines Benediktinerinnenklosters erlaubte. Unter den Nonnen erhielt die Siedlung schon 1291 von Herzog Bolko I. von Schweidnitz das Stadtrecht. Die erste, hölzerne Kirche brannte im 15. Jahrhundert ab; die gotische Nachfolgerin brannte 1688.
Die heutige Kirche errichtete 1727–1730 der Liegnitzer Baumeister Johann Jacob Scheerhofer unter Verwendung erhaltener Teile des Vorgängerbaus. Von der gotischen Kirche blieb der Turm aus der Zeit um 1500. 1810 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben; 1845–1946 betreuten Ursulinen die Kirche. Die meisten Kostbarkeiten verschwanden während und nach dem Krieg – bis heute heißt es, ein Teil der Schätze sei noch in der Nähe versteckt.
In den 1960er-Jahren entdeckte man unter dem Schiff eine Gruft mit Gräbern; ihr Zugang liegt unter einer Steinplatte unter dem Teppich zwischen den vorderen Bänken. Hier entstanden Szenen des Films Zakład (1990) und der Serie Tajemnica twierdzy szyfrów (2007). Ein Modell der Kirche steht im Miniaturenpark in Kowary (Schmiedeberg).
Die Kirche steht auf dem Hügel südwestlich des Marktplatzes, wenige Gehminuten vom Kargul-und-Pawlak-Museum. Den Innenraum sehen Sie am leichtesten vor oder nach der Messe. Planen Sie 30–45 Minuten ein – schauen Sie nach oben, die Gewölbe sind das Beste. Das schönste Foto des ganzen Baus gelingt aus den tiefer gelegenen Gassen am Markt.
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