Märkte & Altstädte
Der neorenaissancezeitliche Sitz der Stadtverwaltung von Liegnitz, errichtet 1902–1905 nach einem Entwurf des Baurats Paul Öhlmann. Der L-förmige Bau besitzt fünf Geschosse, reich verzierte Giebel und Skulpturen, die von der Geschichte der Stadt erzählen.
Am Ende des 19. Jahrhunderts brauchte die wachsende Stadt Liegnitz ein größeres Rathaus. Öhlmann plante einen vierflügeligen Komplex mit zwei Innenhöfen und einem monumentalen Turm — ausgeführt wurde jedoch nur der erste Abschnitt, vermutlich aus Geldmangel. Der Turm entstand nie, und der fertige Flügel dient bis heute als repräsentativer Sitz der Stadtverwaltung.
Auf den Pfeilern der Loggia stehen Ritter mit den Wappen von Schlesien, Liegnitz und Preußen. Über dem Giebel wiederholt sich das Kartuschenwappen mit zwei gekreuzten Schlüsseln, dem Stadtwappen, darüber thront die Figur des böhmischen Löwen, des Wappentiers von Liegnitz. Die Fassaden schmücken Erker, Rustika und Fensterrahmungen, die Skulpturen des nördlichen Erkers verweisen auf die Stadtgeschichte, und auf dem First sitzt ein Dachreiter mit einem Helm aus zwei Durchbrüchen.
Das Haus dient als Rathaus, daher besichtigt man es vor allem von außen — planen Sie 15–20 Minuten für die Fassadendetails ein. Im Inneren haben sich die zweieinhalbtrakiligen Korridore mit Tonnengewölben und Stichkappen erhalten. Das Gebäude steht seit dem 14. April 1981 in der Denkmalliste; ein Spaziergang durch das Zentrum lässt sich gut mit dem Alten Rathaus, der Burg und der Kathedrale verbinden.
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