Kirchen & Klöster
Jawor, Niederschlesien
Die Friedenskirche in Jauer (Jawor) ist eine gewaltige evangelische Fachwerkkirche aus den Jahren 1654–1655 in Niederschlesien. Außen schlicht wie eine große Scheune, innen ein Farbenrausch aus vier übereinanderliegenden bemalten Emporen mit Platz für rund 5.500 Menschen. Gemeinsam mit ihrer Schwesterkirche in Schweidnitz (Świdnica) gehört sie zum UNESCO-Welterbe „Friedenskirchen in Jawor und Świdnica“ – ein eindrucksvolles Zeugnis schlesischer und deutscher Kirchengeschichte, das sich auch für einen Zwischenstopp auf der Fahrt nach Breslau lohnt.
Jauer liegt direkt an der Autobahn A4, die von Görlitz über Liegnitz (Legnica) nach Breslau (Wrocław) führt. Von Görlitz bist du gut eine Stunde unterwegs, von Breslau etwas mehr als eine Stunde, von Liegnitz sind es nur rund 20 km. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise umständlich – am bequemsten kommst du mit dem Auto. Parken kannst du an der ul. 1 Maja, etwa 50 m von der Kirche entfernt; Busse halten in einer Haltebucht an der ul. Wyszyńskiego. Die Kirche steht im Friedenspark unweit der Innenstadt.
Der Westfälische Frieden von 1648 beendete den Dreißigjährigen Krieg. In den habsburgischen Erbfürstentümern Schlesiens erlaubte Kaiser Ferdinand III. den Lutheranern jedoch nur drei neue Kirchen – in Glogau (Głogów), Jauer und Schweidnitz. Die Auflagen waren streng: Bau außerhalb der Stadtmauern, kein Turm, keine Glocken, nur vergängliche Materialien wie Holz, Lehm und Stroh, und eine Bauzeit von höchstens einem Jahr. Den Entwurf lieferte der Breslauer Baumeister Albrecht von Säbisch; 1655 war die Kirche fertig.
Der Bau ist rund 43,5 m lang, 14 m breit und 15,7 m hoch. Den Glockenturm durfte die Gemeinde erst 53 Jahre später errichten; die kleinste Glocke stammt von 1708. Die Glogauer Friedenskirche brannte 1758 ab, sodass heute nur noch zwei der drei existieren. Bis 1945 gehörte Jauer zu Deutschland und die Kirche einer deutschen evangelischen Gemeinde; heute nutzt sie die polnische Evangelisch-Augsburgische Gemeinde. 2001 wurden beide Friedenskirchen in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, 2017 erhielt die Jauerer Kirche den Status eines polnischen Geschichtsdenkmals.
Setz dich ein paar Minuten in eine Bank im Mittelschiff: Erst dann begreifst du, wie dicht dieses Holzgerüst mit Bildern überzogen ist.
Ja – für einen Besuch reichen 20–40 Minuten, der Eindruck bleibt lange. Von Mai bis September finden die Jauerer Friedenskonzerte (Jaworskie Koncerty Pokoju) statt; mit etwas Planung erlebst du die Orgel live. Den Kalender veröffentlicht die Gemeinde auf ihrer Website.
Am schönsten ist ein Besuch zwischen April und Oktober, am besten vormittags oder am späten Nachmittag, wenn weniger Reisegruppen unterwegs sind. Nimm auch im Sommer eine Jacke mit – in Holzkirchen bleibt es kühl. Kinder suchen auf den Emporenbildern gern bekannte biblische Geschichten und Wappentiere. Wer beide Friedenskirchen an einem Tag sehen will, beginnt am besten in Jauer (kürzerer Besuch) und fährt nach dem Mittag weiter nach Schweidnitz. Für Besucher aus Sachsen und Brandenburg ist das ein idealer Wochenendausflug, verbunden mit einer Nacht in Breslau. Denk daran, dass hier eine lebendige Gemeinde Gottesdienste feiert – sonntagvormittags hat die Liturgie Vorrang.
In der Nähe. Die Schwesterkirche in Schweidnitz (rund 40 km) lässt sich am selben Tag besuchen. In Jauer selbst lohnen Marktplatz mit Rathaus und das Piastenschloss. Weiter entfernt: Schloss Fürstenstein (Książ) und Breslau.
1 IV–31 X codziennie: pon.–sob. 10:00–17:00, niedziele i święta kościelne 12:00–17:00; 1 XI–31 III tylko grupy min. 6 os. po zgłoszeniu (min. dzień wcześniej).
Wstęp płatny — ceny nie są publikowane na oficjalnej stronie; sprawdź na miejscu lub pod tel. 516 493 990.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026