Natur
Jawor, Niederschlesien
In den Felsen über dem Bach Jawornik sind Kissenlaven zu sehen – Spuren untermeerischer Vulkanausbrüche aus dem Altpaläozoikum. Etwa einen Kilometer von Myślibórz (Moisdorf) entfernt ragen am Hügel Rataj die Basaltsäulen der Małe Organy Myśliborskie („Kleine Orgel von Myślibórz") aus einem alten Steinbruch – der Rest eines viel jüngeren, rund 30 Millionen Jahre alten Vulkans. Beide Orte liegen in der Gemeinde Paszowice südwestlich von Jawor (Jauer), im Landschaftspark Chełmy im Hügelland Pogórze Kaczawskie.
Das Schutzgebiet wurde am 21. April 1962 eingerichtet. Es umfasst 9,72 Hektar, davon sind 0,90 ha streng geschützt – rund um den Standort der Hirschzunge, eines seltenen Farns, der hier auf Grünsteinfelsen wächst und in Niederschlesien nur an dieser Stelle vorkommt. Außerdem wachsen hier Gelappter Schildfarn, Gegenblättriges Milzkraut, Seidelbast und Berg-Hauswurz, und im klaren Bachwasser lebt die Alge Hildenbrandia rivularis. Das Tal selbst ist eine Kerbschlucht, die entstand, als Schmelzwasser des Inlandeises vor rund 200 000 Jahren den Untergrund zerschnitt. Der Jawornik ist ein linker Nebenfluss der Wütenden Neiße.
Die „Orgel" ist ein Schlot – ein erstarrter Basaltpfropfen, der einst den Förderkanal eines Vulkans füllte. Der Steinbruchbetrieb legte seinen mittleren Teil frei: Die Lava erstarrte zu langen, schlanken Säulen mit bis zu 30 cm Durchmesser, in der Mitte fast senkrecht, zum Rand hin leicht geneigt – wie Orgelpfeifen. Der Rataj ist 350 m hoch, an seinem Hang sind Spuren eines frühmittelalterlichen Burgwalls und Reste einer Burg aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Die Orgel ist ein geschütztes Naturdenkmal, zu dem der rot markierte Wanderweg führt.
Der Naturlehrpfad wurde 1986 angelegt. Er ist 4,5 km lang, man braucht 2,5–3 Stunden, und er ist mit einer Eule markiert. Start ist am Sitz der Niederschlesischen Landschaftsparkverwaltung (DZPK) in Myślibórz (Myślibórz 11), wo das Zentrum für Umweltbildung und Landeskunde „Salamandra" untergebracht ist. Unterwegs gibt es 12 Stationen mit Infotafeln, darunter die Höhlenmenschen-Lichtung, die Jahn-Eiche, der Riesenfelsen, der Eulenfels und die Schwedenschanze.
Wichtig: Laut DZPK darf das eigentliche Schutzgebiet nur mit einem Wanderführer oder einem DZPK-Mitarbeiter im Rahmen von Bildungsangeboten betreten werden – vereinbaren Sie den Besuch der Schlucht daher vorab mit dem Zentrum „Salamandra". Pfade und Wege führen durch Wald mit stellenweise unebenem Untergrund, festes Schuhwerk ist ratsam. Durch Myślibórz verläuft der Weg der erloschenen Vulkane, und im Dorf steht ein neugotisches Schloss, das derzeit renoviert wird.
Eintritt frei
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