Denkmäler
Am Markt von Jawor steht ein Rathaus, dessen Turm bis ins Mittelalter zurückreicht und dessen heutige Gestalt aus dem späten 19. Jahrhundert stammt. Ihre aktuelle Form erhielt sie nach einem Brand, bei dem nur der Turm erhalten blieb. Heute dient das neorenaissance Gebäude Verwaltungszwecken, und in seinem Inneren haben sich die größten Glasfenster in einem weltlichen Gebäude Niederschlesiens erhalten.
Die erste Erwähnung des Jaworer Rathauses stammt aus einem Weberdokument von 1373. Der Rathausturm wurde 1394 als Symbol der Unabhängigkeit und des Reichtums der Stadt errichtet — er diente später als Feuerwachturm, beherbergte die einzige Uhr der Stadt sowie Schatzkammer, Archiv und Gefängnis. Das Gebäude wurde 1617 und erneut 1846 umgebaut, 1895 brannte es fast vollständig ab — nur der Turm überstand die Flammen.
Das heutige Rathaus entstand 1895–1897 nach einem Entwurf des Berliner Architekten H. Guth, der auch das Rathaus in Tarnowskie Góry entwarf — daher die Ähnlichkeit beider Bauten. Die feierliche Übergabe fand am 22. November 1897 statt. Im Ratssaal hängen Glasfenster, die 1897 im Berliner Institut für Glasmalerei gefertigt wurden. Auf der Turmspitze stehen Figuren von Rittern und Herrschern, darunter der böhmische König Wenzel IV sowie Herzog Bolko II der Kleine mit seinem Bruder Heinrich II.
Das Innere ist an Werktagen zwischen 8:00 und 15:00 zu besichtigen, da das Gebäude die Stadtverwaltung beherbergt. Lohnend ist die Kombination mit der 0,5 km entfernten Friedenskirche, die zum UNESCO-Welterbe gehört.
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