Kirchen & Klöster
Zakopane, Kleinpolen
Die Kirche in Harenda kam mit der Eisenbahn nach Zakopane. Erbaut 1710–1720 in Zakrzów bei Kalwaria Zebrzydowska, stand sie nach dem Bau einer neuen Kirche dort ungenutzt und verfiel, bis sie 1947/48 abgebaut, an den Fuß der Tatra gebracht und neben Villa und Mausoleum des Dichters Jan Kasprowicz wieder aufgebaut wurde. Die Pfarrei bezeichnet sie als älteste Holzkirche des Skalne Podhale, und ihr Inneres ist mit figürlicher Malerei voller Bezüge zur Goralenkultur geschmückt.
Die Idee einer Kirche in Harenda entstand in den 1940er-Jahren und ging von den Priestern Jan Hyc und Marduła aus. Maria Kasprowicz, die Witwe des Dichters, schenkte das Grundstück, und ihr Schwiegersohn Władysław Jarocki — Maler, Architekt und früherer Rektor der Jan-Kazimierz-Universität in Lemberg — leitete Umsetzung und Rekonstruktion der Kirche aus Zakrzów. Die Bewohner von Harenda und die Denkmalbehörde unterstützten das Vorhaben. Abbau und Wiederaufbau dauerten mehrere Jahre, geweiht wurde die Kirche am 6. August 1950.
Anfangs war sie eine Filialkirche der Pfarrei Zakopane ohne eigenen Seelsorger; die Bewohner luden selbst Priester zu den Messen ein. 1960 ernannte Bischof Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., einen ständigen Seelsorger, 1982 wurde eine eigene Pfarrei gegründet. 1983 kam ein Glockenturm mit drei Glocken hinzu, Ende 2005 eine Pfeifenorgel auf der Empore.
Wenige Schritte von der Kirche entfernt steht die hölzerne Villa „Harenda“, die Jan Kasprowicz, ein bedeutender Dichter des „Jungen Polen“, 1923 kaufte und in der er drei Jahre später starb. Seit 1950 ist sie ein Museum, betrieben von der Gesellschaft der Freunde des Werks von Jan Kasprowicz, mit Möbeln, Erinnerungsstücken, Pastellporträts von Witkacy und einer Galerie mit Bildern Jarockis. Daneben steht zwischen Bäumen das granitene Mausoleum von 1933 nach einem Entwurf von Karol Stryjeński, in dem der Dichter ruht.
Die Kirche (Harenda 14a) liegt an der Holzarchitekturroute Kleinpolens und ist eine aktive Pfarrkirche: Messen sonntags und an Feiertagen um 8:00, 11:00 und 18:00 Uhr, werktags um 18:00 Uhr. Den Innenraum sehen Sie am besten kurz vor oder nach dem Gottesdienst, nicht währenddessen. Das Patronatsfest ist am 27. Dezember, dem Johannestag. Für Kirche, Mausoleum und Museum sollten Sie etwa 1,5 Stunden einplanen; prüfen Sie die Öffnungszeiten des Museums vorab, da es zeitweise renoviert wird.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Kirche St. Johannes Apostel in Harenda.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.