Berge & Gipfel
Zakopane, Kleinpolen
Die Gubałówka ist ein langer, großteils baumloser Höhenrücken über Zakopane, von dem aus Sie die gesamte polnische Tatra sehen – bei gutem Wetter auch Pieninen, Gorce und Saybuscher Beskiden. Seit 1938 fährt eine Standseilbahn hinauf, die in nur 168 Tagen gebaut wurde. Oben warten nicht nur das Panorama, sondern auch eine Skulptur von der Pariser Weltausstellung und ein eisernes Kreuz, das an die Versöhnung zweier Freunde erinnert.
Die Standseilbahn wurde am 20. Dezember 1938 eröffnet, auf Initiative der Liga zur Förderung des Tourismus und im Vorfeld der Nordischen Skiweltmeisterschaften 1939 in Zakopane. Sie war nach der Bahn auf die Góra Parkowa in Krynica-Zdrój die zweite ihrer Art in Polen. Die ersten Wagen lieferte die Schweizer Firma Von Roll. Die letzte große Modernisierung endete im Dezember 2001; die alten Wagen wurden nicht verschrottet, sondern für den Bau der Bahn auf den Żar in Międzybrodzie Żywieckie verwendet.
Heute ist die Strecke rund 1.300 m lang und überwindet 299 m Höhenunterschied – von der Talstation auf 822 m ü. d. M. zur Bergstation auf 1.121 m. Zwei Wagen mit Glasdach fassen je 120 Personen, kreuzen sich auf halber Strecke, die Fahrt dauert etwa 3,5 Minuten. Pro Stunde kann die Bahn bis zu 2.000 Menschen befördern.
Der erste überlieferte Name des Berges lautete „Antgua" – im Testament von Jędrzej Gadowski aus dem Jahr 1692. Der heutige Name stammt von der Gubałówka-Alm, die wiederum nach der Familie Gubała benannt ist. Trotz der Skitradition ist die Abfahrt zur Talstation seit Jahren wegen Streitigkeiten mit Grundbesitzern gesperrt. An den Hängen wachsen seltene Orchideen, darunter der Blattlose Widerbart.
Die Bahn fährt ganzjährig, legt aber im Frühjahr und Herbst meist einige Tage Pause für technische Prüfungen ein – Zeiten und Preise finden Sie auf der Website der Polskie Koleje Linowe (PKL). An der Talstation gibt es einen Parkplatz, die Wagen sind rollstuhlgerecht, Hunde dürfen an der Leine und mit Maulkorb mitfahren. Oben lohnt der leichte Papstweg nach Westen zum Butorowy Wierch (1.160 m), von wo ein Sessellift nach Kościelisko hinunterführt – die Rückkehr nach Zakopane müssen Sie dann selbst planen. Für Auffahrt, Kammwanderung und Aussicht sollten Sie 2–3 Stunden einplanen.
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