Natur
Im Dorf Siedlec in der Gemeinde Janów, auf der Kuppe eines bewaldeten Hügels in etwa 374 m ü. M., tritt eine der interessantesten Aufschlüsse der Krakau-Tschenstochauer Juraakette zutage. Der Steinbruch ist stillgelegt und privat, jedoch ohne Betretungsverbot — der schwarze Wanderweg von Siedlec nach Ostrężnik führt hindurch.
Der Name ist kein Zufall: Nach dem Zweiten Weltkrieg verkleidete man mit den hier gewonnenen Kalksteinplatten die Gebäude des Sejm, des Ministerrats und des Bauernhauses in Warschau. Der Jurakalk zeichnet sich durch seine außergewöhnlich helle, fast weiße Farbe aus.
In den Wänden treten Kalksteine des Oberjura mit Fossilien von Schwämmen, Korallen sowie Schalen von Ammoniten, Brachiopoden und Muscheln zutage. Kieselknollen sind häufig, und die stark zerklüfteten Gesteine zeigen Karstphänomene — ein Ziel für Geologieliebhaber und Fotografen gleichermaßen.
Im zentralen Teil des Aufschlusses wächst eine Kiefer, deren Wurzeln an der Wandkante teilweise freiliegen — eine Szenerie, die an die berühmten Felsen der Jura erinnert, und in der vollen Sonne ist das Weiß des Gesteins fast blendend. 2016 wurden hier Szenen des polnisch-amerikanischen Westerns „Summer Love" gedreht.
Dies ist kein ausgebauter Touristenweg. Betreten Sie keine abgesperrten oder instabilen Bereiche, bleiben Sie auf markierten Wegen und halten Sie Abstand zu Felskanten.
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