Natur
Die Krakau-Tschenstochauer Jura hat zwei Wüsten: die bekannte Błędowska-Wüste und die deutlich bescheidenere Wüste Siedlec. Letztere umfasst rund 25 ha in Siedlec bei Złoty Potok, in der Gemeinde Janów, einige Kilometer vom Twardowski-Tor entfernt. Die offenen Sande übersieht man von der Straße leicht, doch oben auf den Dünen hinterlassen sie einen starken Eindruck.
Bis in die 1960er Jahre wurde hier Sand abgebaut; nach der Schließung der Grube bepflanzte man die Ränder mit Kiefern, und in der Senke blieb ein kleines Gewässer namens Oase, umgeben von Schilf. Die Aufschlüsse quartärer Sande sind zugleich eine Spur des warmen Meeres, das diese Gebiete im Oberjura bedeckte. Die Dünen sind etwa 30 Meter hoch, und der Aufstieg durch den Sand kostet Kraft.
Der lokalen Legende nach jagte der Teufel hier den Zauberer Twardowski, öffnete die Höllentore, und Feuer verbrannte die Erde, sodass die Sande frei lagen — daher wird die Gegend manchmal Piekło (Hölle) genannt. Heute veranstaltet die Gemeinde Janów das Wüstenpicknick auf den Sanden, Quads fahren über die Dünen, und vor der Dakar trainierte hier Adam Małysz. Bei großer Hitze berichtet man von Fata-Morgana-Erscheinungen.
Ein Spaziergang lässt sich gut mit dem nahen Steinbruch Warszawski, bekannt für den weißesten Kalkstein Polens, und einem Besuch der Höhle Na Dupce verbinden. Bequemer Zugang von Siedlec aus.
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