Natur
Siedlec, Schlesien
Im Wald an der Straße von Żarki nach Janów steht ein Kalkfelsen, den Höhlenforscher mit einem Block Schweizer Käse vergleichen. Die Ostrężnicka-Höhle durchzieht ihn vollständig mit einem Gangnetz von etwa 90–98 m Länge und sechs Öffnungen, und auf demselben Felsen sind Spuren einer mittelalterlichen Warte erhalten. Sie gehört zu den am leichtesten zugänglichen Höhlen im nördlichen Polnischen Jura – kurzer Zustieg, eindrucksvolles Portal und mit Taschenlampe einiges zu entdecken.
Die Höhle entstand im oberjurassischen Kalkstein, als unterirdisches Wasser Klüfte im Gestein erweiterte. Die Form der Gänge und die Strudeltöpfe an der Decke zeigen, dass hier einst große Wassermengen unter Druck flossen – die Höhle ist Teil einer alten Karstquelle, die die Hänge des Wiercica-Tals entwässerte. Die Hauptöffnung am nordöstlichen Fuß des Felsens ist ein glatt ausgewaschenes Portal von rund 5 m Höhe und 3 m Breite. Zwei kleinere Öffnungen liegen im Nordwesten, drei weitere in der Südwand, etwa 5 m über dem Haupteingang.
Im Mittelalter stand auf dem Felsen eine kleine Burg, deren Bau man mit Herzog Władysław von Oppeln in Verbindung bringt. Die Höhlenkammern dienten wahrscheinlich als Keller und Lager. Heute sind nur noch Mauerreste zu sehen.
Vom Portal aus teilt sich ein kurzer Gang in zwei breitere, etwa 3 m hohe Gänge. Der linke steigt leicht zu einer Öffnung in der Südwand an, der rechte führt zu einer kleinen Kammer mit Strudeltöpfen an der Decke. Weiter hinten senkt sich die Decke, und stellenweise muss man auf Knien kriechen. Tropfsteine gibt es kaum; reizvoll sind die vom Wasser geformten Felsstrukturen. Im Inneren herrschen etwa +6 °C, im Winter auch Minusgrade. Beleuchtung gibt es nicht.
Die Höhle liegt im Naturschutzgebiet Ostrężnik im Dorf Siedlec (Gemeinde Janów). Laut Portal slaskie.travel ist der Zugang mit der Regionaldirektion für Umweltschutz in Katowice abzustimmen – prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Regeln. Parken können Sie am Lokal „Ostrężnik“ an der Woiwodschaftsstraße 793, von dort sind es auf dem blauen Wanderweg etwa 10 Minuten. Nehmen Sie eine Stirnlampe, Schuhe mit gutem Profil und auch im Sommer eine wärmere Jacke mit. Für Höhle und Ruine genügt eine Stunde; in der Nähe lohnen das Twardowski-Tor und die Quellen der Wiercica in Złoty Potok.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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