Denkmäler
Krakau, Kleinpolen
Die Sigismund-Glocke (polnisch Dzwon Zygmunta) im Wawel-Dom von Krakau (Kraków) ist die berühmteste Glocke Polens – und sie hat eine überraschende Verbindung nach Deutschland: Gegossen wurde sie von einem Nürnberger Meister. Seit über 500 Jahren hängt sie im Sigismund-Turm der Kathedrale und läutet nur an den wichtigsten Feiertagen. Der steile Aufstieg zu fast 10 Tonnen Bronze gehört zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten auf dem Wawel und ist im Domticket enthalten.
König Sigismund I. der Alte gab die Glocke in Auftrag, der Nürnberger Glockengießer Hans Behem goss sie 1520 in Krakau. Zum ersten Mal erklang sie am 13. Juli 1521. Seitdem begleitet sie Krönungen, Begräbnisse, kirchliche Hochfeste und nationale Gedenktage. Der Klöppel brach mehrmals; nach einem Riss an Weihnachten 2000 wurde im April 2001 ein neuer eingesetzt. Die Glocke steht damit auch für die engen Handwerks- und Handelsbeziehungen zwischen Krakau und Nürnberg in der Renaissance.
Die Glocke läutet nicht täglich, sondern nur zu besonderen kirchlichen und staatlichen Anlässen.
Der Weg nach oben führt über schmale, steile Holztreppen vorbei an mächtigen Balken und weiteren Domglocken. Einen Aufzug gibt es nicht; für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der Aufstieg ungeeignet, und im Sommer bilden sich Schlangen. Einer Krakauer Tradition nach geht ein Wunsch in Erfüllung, wenn man den Klöppel mit der linken Hand berührt. Der Turm kann zeitweise geschlossen sein, während Gottesdiensten ruht die Besichtigung. Für den Turm reichen 15 bis 20 Minuten, für Dom und Königsgräber solltest du 1,5 bis 2 Stunden einplanen.
Das Kombiticket kostet 26 PLN, ermäßigt 18 PLN, und gilt für Kathedrale, Sigismund-Glocke, Königsgräber, Kathedralmuseum und Erzdiözesanmuseum.
Geschlossen für Besucher ist an Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag sowie am 24. und 25. Dezember. Audioguides gibt es in 11 Sprachen, auch auf Deutsch (15 PLN).
Der Wawelhügel liegt am Südrand der Krakauer Altstadt, etwa 15 Minuten zu Fuß vom Hauptmarkt (Rynek Główny) über die Grodzka-Straße. Straßenbahnen halten an den Stationen Wawel und Plac Wszystkich Świętych. Von Berlin fährt man mit dem Auto rund 600 km über Breslau (Wrocław) und Kattowitz (Katowice); alternativ fliegst du nach Krakau-Balice. Mit dem Auto auf den Hügel fahren kannst du nicht – parke außerhalb der Altstadt und geh zu Fuß. Am ruhigsten ist es morgens an Werktagen, bevor die Reisegruppen kommen. Nach dem Turm lohnen sich die Sigismundkapelle, der Arkadenhof des Schlosses und die Drachenhöhle mit Ausgang zu den Weichselufern.
Zeiten gültig bis 31. März 2027
Godziny Katedry Wawelskiej (bilet obejmuje dzwon): kwiecień–październik pon.–sob. 9:00–17:00, niedz. 12:30–17:00; listopad–marzec do 16:00; nieczynne w Wielki Piątek, Wielką Sobotę, Wielkanoc oraz 24 i 25.12.
Jeden bilet obejmuje katedrę, Dzwon Zygmunta, Groby Królewskie, Muzeum Katedralne i Muzeum Archidiecezjalne; grupy powyżej 10 osób 23/16 zł.
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Geprüft: Oktober 2026
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