Höhlen
Die Drachenhöhle auf dem Wawel ist eine Höhle mit 276 Metern Gängen, untrennbar mit der Legende des Wawel-Drachen verbunden. Der Rundgang beginnt auf dem Schlossgelände — hinab über eine Wendeltreppe mit 136 Stufen — und endet am Ufer der Weichsel, direkt neben der Drachenskulptur von Bronisław Chromy aus dem Jahr 1972. Es ist der kürzeste und zugleich legendärste Spaziergang auf dem Wawel.
Der Hauptgang der Höhle bildet die 82 Meter lange Touristenroute durch drei Kammern — die größte ist 25 Meter lang und bis zu 10 Meter hoch. Hier verweben sich Geologie und Legende: Der Drache soll hier gehaust haben, bis ihn ein schlauer Schuster mit einem Schwefel gefüllten Schaffell überlistete.
Für Besucher wurde die Höhle am 3. August 1918 geöffnet — noch vor der Unabhängigkeit Polens. Die von Prof. Adam Szyszko-Bohusz entworfene Treppe wurde in einen eigens gegrabenen Schacht getrieben, und die Einnahmen aus den Tickets sollten die Restaurierung der Höhle finanzieren. 1974 passten Bergleute unter Aufsicht von Wissenschaftlern der AGH-Universität die Höhle an den modernen Tourismus an und schlugen einen vier Meter langen Tunnel zu weiteren Gängen.
Der Rundgang dauert etwa eine Viertelstunde und lässt sich am besten mit einem Spaziergang über den Wawel verbinden — der Eingang liegt auf dem Hügel, der Ausgang an der Weichsel, sodass Sie ganz natürlich vom Schloss zu den Flussböhen und zur Drachenskulptur hinabkommen. Die Treppe ist gewendelt und steil; Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten das einplanen. Im Sommer spendet die Höhle angenehme Kühle, im Winter kann sie rutschig sein.
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