Denkmäler & Hügel
An den Planty-Gärten, wenige hundert Meter vom Wawel entfernt (Straße Podzamcze), steht eine Bank mit den Figuren zweier herausragender Mathematiker — Stefan Banach und Otton Nikodym. Sie erinnert an eine zufällige Begegnung des Jahres 1916, mit der eines der größten Kapitel der polnischen mathematischen Schule beginnt.
Hugo Steinhaus, damals bereits ein bekannter Mathematiker, spazierte 1916 durch die Planty-Gärten, als er ein Gespräch über das Lebesgue-Integral hörte — damals einen ganz neuen Begriff der höheren Mathematik. Er trat an die Sprecher heran: den Autodidakten Stefan Banach und Otton Nikodym, Mathematiklehrer an einem Krakauer Gymnasium. Er erzählte ihnen von einem Problem, an dem er arbeitete — und wenige Tage später brachte ihm Banach eine fertige Lösung. Aus dieser Begegnung entwickelte sich ihr weiterer Weg: Banach gelangte schließlich nach Lwów, wo er zur Leitfigur der Lwów.er mathematischen Schule und zum Begründer der Funktionalanalysis wurde.
Die Skulpturen schuf der Krakauer Bildhauer Stefan Dousa, die Bank wurde 2016, zum hundertsten Jahrestag jener Diskussion, enthüllt. Nikodym ging vor allem als Autor des Satzes von Radon-Nikodým und Mitbegründer der Polnischen Mathematischen Gesellschaft in die Geschichte ein; Banach starb 1945 in Lwów. Auf der Bank lässt sich Platz nehmen — sie liegt direkt auf dem Fußweg vom Wawel zum Marktplatz.
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