Natur
Witów, Kleinpolen
Das Chochołowska-Tal ist das größte und längste Tal der polnischen Tatra: rund 10 km lang und über 35 km² groß. Im Frühjahr färben Krokusse die Wiesen violett, im Sommer weiden hier noch Schafe, und man kann frischen Schafskäse probieren. Außerdem ist es das einzige Tal der polnischen Tatra, in das Hunde mitgenommen werden dürfen.
Der Name stammt vom Dorf Chochołów, dessen Bewohner hier schon im 16. Jahrhundert Weiderechte besaßen. Das Tal wurde zum größten Zentrum der Almwirtschaft in der Tatra: 1930 hüteten 70 Hirten rund 4000 Schafe. Vom 16. bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde hier zudem Eisenerz abgebaut und verhüttet. Ortsnamen wie die Lichtung Huciska („Hütten“) oder Hala Stara Robota („alte Arbeit“) erinnern bis heute daran.
Der Tourismus kam erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg richtig in Schwung, vor allem dank der Skifahrer. 1930–1932 baute der Warschauer Skiklub auf der Chochołowska-Lichtung eine große Hütte, die deutsche Truppen im Januar 1945 bei Kämpfen mit Partisanen niederbrannten. Die heutige PTTK-Hütte entstand 1951–1953. Im Juni 1983 traf sich hier Papst Johannes Paul II. mit Lech Wałęsa und dessen Familie, woran eine Tafel an der Hüttenwand erinnert.
Der grün markierte Weg führt durch den Talgrund von Siwa Polana zur Hütte. Achten Sie auf:
Das Tal liegt im Tatra-Nationalpark, gehört ihm aber nicht. Eigentümerin ist eine Waldgemeinschaft von acht Dörfern mit Sitz in Witów, die 1983 vor Gericht das Recht zurückerhielt, das Land selbst zu bewirtschaften. Deshalb wird hier weiterhin geweidet, und die Wiesen wachsen nicht zu. 1938 sollte im Tal der Ballon „Gwiazda Polski“ zu einem Höhenweltrekord starten. Der Wind vereitelte den Versuch, und die teilweise mit Wasserstoff gefüllte Hülle explodierte.
Der Weg von Siwa Polana zur Hütte ist 7,3 km lang, hat etwa 278 m Anstieg und dauert rund 2 Std. 20 Min.; die Hütte liegt auf 1148 m. Bis Huciska ist der Weg asphaltiert, danach geschottert und steinig. Bis Huciska können Sie mit einer Touristenbahn oder einer Pferdekutsche fahren, mit Fahrrad und Hund dürfen Sie bis zur Hütte. Auf Siwa Polana gibt es einen gebührenpflichtigen Parkplatz und eine Ticketkasse.
Planen Sie für Hin- und Rückweg 5–6 Stunden ein. Die Krokusblüte erreicht meist im April ihren Höhepunkt, dann ist es am Wochenende sehr voll, kommen Sie also früh. Betreten Sie die blühenden Wiesen nicht und führen Sie Hunde an der Leine. Wegen der Kutschen und des steinigen oberen Abschnitts ist der Weg nicht für jeden Kinderwagen geeignet.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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