Historische Orte
Łambinowice, Oppeln
Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Łambinowice (Lamsdorf) entstanden über mehr als siebzig Jahre immer neue Lager: für französische Kriegsgefangene 1870, für Soldaten der Entente im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg einer der größten Kriegsgefangenenkomplexe Europas. Rund 300.000 Gefangene aus fast 50 Nationen gingen hindurch. Heute ist das Gelände eine Nationale Gedenkstätte mit Friedhöfen, Denkmälern und Barackenresten, betreut vom Zentralen Kriegsgefangenenmuseum.
Preußen legte den Übungsplatz Anfang der 1870er-Jahre an. Das erste Lager entstand im Deutsch-Französischen Krieg (1870–1871) und hielt 3.500–4.000 Franzosen fest. Im Ersten Weltkrieg war das Lager flächenmäßig das größte, das es in Lamsdorf je gab; rund 90.000 Gefangene waren hier, etwa 7.000 starben.
Im August 1939 wurde ein Durchgangslager eingerichtet, im Oktober zum Stalag VIII B umgewandelt. Insgesamt waren hier rund 43.000 Soldaten der polnischen Armee, kurzzeitig auch Zivilisten, darunter Pater Maximilian Kolbe. Später stellten die Briten die größte Gruppe (etwa 48.000), daher der Name „Britenlager“. 1941 entstand ein zweites Lager – Stalag 318, später VIII F – für sowjetische Gefangene, die am schlechtesten behandelt wurden. Von den 180.000–200.000, die es durchliefen, starben rund 40.000. Die ersten Monate verbrachten sie unter freiem Himmel und in selbst gegrabenen Erdhöhlen. 1944 kamen etwa 6.000 Aufständische aus Warschau hierher, darunter Rittmeister Witold Pilecki und Aleksander Gieysztor. Nach dem Krieg, 1945–1946, bestand in Łambinowice noch ein von den polnischen Behörden eingerichtetes Arbeitslager.
Der Eintritt ist frei. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 9:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Eine neue Dauerausstellung ist in Vorbereitung, im Gebäude in Łambinowice sind derzeit Wechselausstellungen zu sehen. Das Gedenkgelände ist weitläufig: Eine Führung (kostenpflichtig, nur mit Reservierung; sonntags und feiertags nur für Gruppen ab 10 Personen) oder ein Leihfahrrad, ebenfalls nach Reservierung, sind sinnvoll. Anreise mit dem Zug auf der Strecke Opole–Nysa, mit dem Bus aus Nysa, Niemodlin oder Korfantów oder mit dem Auto, etwa 15 km von der A4-Ausfahrt Nysa–Opole. Planen Sie 2–3 Stunden ein. In der Nähe liegen Schloss Niemodlin (Falkenberg) und Schloss Kopice.
Eintritt frei
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