Burgen
Die Burg Czocha über dem Stausee Leśniańskie ist Geschichte in Schichten. Die Festung auf Gneisfelsen über dem Fluss Kwisa entstand in den Jahren 1241 bis 1247 als Grenzburg an der schlesisch-lausitzischen Grenze; eine Urkunde von 1329 nennt sie bereits castrum Caychow. Heute ist sie ein Hotel mit Burgkammern und einer der filmischsten Orte der Region.
Die Burg wechselte ständig ihre Besitzer: Schon 1253 von der Mark Brandenburg erobert, gehörte sie von 1451 bis 1700 dem Geschlecht von Nostitz. Anfang des 15. Jahrhunderts belagerten die Hussiten sie erfolglos; 1427 nahm Czirnins Truppe die Burg ein, doch bald wurde sie zurückerobert. 1847 beschrieb der Schriftsteller Józef Lompa Czocha als "verfallene Burg".
Die Wiedergeburt kam 1909: Der Dresdner Zigarrenfabrikant Ernst Gütschow kaufte die Ruine für 1,5 Millionen Mark, und in den Jahren 1912 bis 1920 baute der Berliner Architekt Bodo Ebhardt die Burg nach einem Stich von 1703 um. Oft wird behauptet, im Zweiten Weltkrieg habe hier eine Chiffrierschule der Abwehr gearbeitet — Belege dafür fehlen jedoch. Nach dem Krieg hielten griechische Flüchtlinge im Rittersaal Nutztiere, und ab 1952 diente die Burg als Militärerholungsheim — all diese Jahre tauchte die Burg nicht auf Landkarten auf.
Seit September 1996 öffentlich zugänglich, arbeitet Czocha heute als Hotel und Tagungszentrum. Führungen führen durch enge Gänge, Türme und geheime Durchgänge — eine Übernachtung in einer Burgkammer lohnt sich. In Winter- und Sommerferien füllen thematische Feriencamps die Burg, und Filmfreunde erkennen die Kulisse von "The Witcher" und der Serie "Spellbinder". Planen Sie 1,5 bis 2 Stunden für die Besichtigung ein.
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