Aussichtspunkte
Szklarska Poręba (Schreiberhau), Niederschlesien
Auf der Woiwodschaftsstraße 358 zwischen Szklarska Poręba und Świeradów-Zdrój wendet die Straße in 775 m Höhe auf etwa 440 m Länge um fast 180 Grad. Die Todeskurve trägt einen düsteren Namen, doch heute kommt man vor allem wegen der Aussicht: Unterhalb der steinernen Stützmauer öffnet sich das Panorama über Szklarska Poręba, das Hirschberger Tal und den Hauptkamm des Riesengebirges.
Die Kurve wurde 1935–1937 in den steilen Nordhang der Czarna Góra (Isergebirge) gesprengt, als spektakulärster Abschnitt der deutschen Sudetenstraße. Offiziell war sie ein touristisches Projekt nach dem Vorbild alpiner Panoramastraßen. Dahinter stand jedoch militärisches Kalkül: In der Stützmauer wurden Sprengkammergänge angelegt, um die Straße im Kriegsfall rasch sprengen zu können. Vor 1945 hieß die Kurve schlicht Große Kurve.
Der Name „Todeskurve“ kam nach dem Krieg mit einer Reihe von Unfällen auf. Am häufigsten erzählt wird von einem Konvoi sowjetischer Lastwagen mit Soldaten, der 1945 in den Abgrund gestürzt sein soll. Offizielle Berichte, ein Datum oder Opferzahlen fehlen jedoch, daher ist die Geschichte als lokale Überlieferung zu verstehen. Der enge Bogen, die flache Fahrbahn ohne Querneigung nach innen und Glatteis im Winter machten Autofahrern jahrzehntelang zu schaffen.
Beim Bau wurde die Straße buchstäblich mit großen Mengen Sprengstoff aus dem Fels geschlagen, von unten stützt eine hohe Steinmauer die Fahrbahn. Die letzte größere Sanierung der Kurve erfolgte 2020. In der Nähe, am Weg zu den Räuberfelsen (Zbójeckie Skały), ist der Stollen eines alten Pyritbergwerks erhalten.
Die Kurve liegt gut 3 km vom Zentrum von Szklarska Poręba entfernt, etwa 5 Autominuten. Am bequemsten parken Sie in der Haltebucht direkt hinter der Kurve — dort ist mehr Platz als davor — und gehen zu Fuß zum Aussichtspunkt zurück. Für Aussicht und Fotos genügen 20–30 Minuten. Von hier führt ein gelb markierter Weg zum Wysoki Kamień (ca. 3,1 km) an den Räuberfelsen vorbei, so wird leicht ein Halbtagesausflug daraus. Autofahrer: Der Bogen ist wirklich eng und im Winter oft vereist.
Eintritt frei
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