Technikdenkmäler
Swinemünde, Westpommern
Die Stawa Młyny („Mühlenbake“) in Swinemünde (Świnoujście) ist ein weißes, zehn Meter hohes Seezeichen in Gestalt einer Windmühle am Kopf der Westmole, dort, wo die Swine in die Ostsee mündet. Sie ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt – sie steckt im offiziellen Stadtlogo und auf unzähligen Postkarten. Ein Spaziergang über die Mole zur „Mühle“, am besten bei Sonnenuntergang, gehört zu jedem Besuch in Swinemünde dazu – kostenlos.
Swinemünde grenzt direkt an die Kaiserbäder auf Usedom; von Berlin bist du mit dem Auto in rund drei Stunden da, mit der Usedomer Bäderbahn auch ohne Auto. Die Bake steht am Westufer der Swine, am östlichen Ende des Stadtstrandes hinter dem Kurviertel. Von der Promenade oder über den Strand erreichst du sie zu Fuß; Radfahrer kommen auf dem Ostseeküstenradweg direkt hierher.
Die Bake wurde 1873–1874 beim Ausbau des Fahrwassers zum Hafen errichtet (manche Reiseführer nennen andere Jahre, etwa 1877). Vor dem Bau der Molen kam es auf der Reede bei Sturm häufig zu Schiffsunfällen – deshalb entstand schon 1805 der Plan, die Mündung mit Wellenbrechern zu sichern. Die Bake steht auf dem Kopf der Westmole, die zusammen mit der Ostmole 1818–1829 gebaut wurde und damals rund 1030 m lang war.
Gemahlen hat sie nie: Sie ist eine Tagesmarke. Zusammen mit der 522 m weiter südlich stehenden Stawa Galeriowa bildet sie eine Richtfeuerlinie, an der sich Schiffe bei der Einfahrt in den Hafen orientieren. Außerdem trägt sie ein weißes, unterbrochenes Feuer im 10-Sekunden-Takt, 11 m über dem Wasser, mit 17 Seemeilen Tragweite.
Die Bake siehst du nur von außen, hinein kann man nicht. Der Zugang ist frei und rund um die Uhr möglich. Der Weg über die Steinmole dauert nur wenige Minuten, ist aber uneben und kann rutschig sein – gutes Schuhwerk hilft.
Am schönsten ist es bei Sonnenuntergang und wenn große Fähren und Frachter dicht an der Mole vorbei in den Hafen einlaufen. Vogelbeobachter schätzen den Ort während des Zugs und im Winter.
Im Winter und bei Sturm können Wellen über die Mole schlagen – dann lieber vom Strand aus schauen und Hinweise der Behörden beachten.
Auf jeden Fall. Der kurze, flache Weg eignet sich für Familien (Kinder an die Hand nehmen, es gibt kein Geländer) und für Spaziergänge mit Hund. Kombiniere ihn mit einer Radtour über die Promenade nach Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin.
Wenige hundert Meter landeinwärts liegen das Westfort mit dem Museum für Festungsgeschichte und die runde Engelsburg (Fort Anioła). Vom Molenkopf siehst du am anderen Ufer den Leuchtturm Swinemünde, den höchsten der polnischen Küste, und das Fort Gerhard, beide per Schiff vom Zentrum aus erreichbar.
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Geprüft: Oktober 2026