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Ruda Sułowska, Niederschlesien
Zwischen Milicz und Sułów fällt der Wasserspiegel der Barycz (deutsch Bartsch) auf zehn Kilometern um höchstens 30 cm. Das mittlere Gefälle von etwa 0,035 % gehört zu den geringsten aller polnischen Tieflandflüsse – deshalb paddelt man hier so gemächlich, und das Bartschtal gilt als einer der besten Orte für die erste Kanutour. In der Saison sind Tausende auf dem Fluss unterwegs, umgeben von den Militscher Teichen, einem bedeutenden Vogelrefugium Europas.
Im Landschaftspark „Dolina Baryczy“ gibt es drei offizielle Kanurouten. Die längste, der Kanuweg im Bartschtal, folgt dem Fluss von Odolanów über Milicz, Sułów und Żmigród nach Kędzie – 67,2 km, aufgeteilt in Abschnitte von etwa 10 km. Dazu gehört auch der Kanal Młynówka Sułowsko-Radziądzka (12,9 km), eine eigene, unmarkierte Route führt über die Prądnia (etwa 8 km). An den Wehren gibt es Ein- und Umsetzstellen, Tafeln zeigen den Streckenkilometer.
Der Abschnitt Sułów – Ruda Sułowska ist 4,9 km lang und dauert laut dem Führer des Niederschlesischen Landschaftsparkverbands etwa 2 Stunden. Eingesetzt wird hinter der Brücke an der Straße Sułów–Gruszeczka neben einer alten Wassermühle. Der Kanal ist schmal und dank Aufstau selbst bei Trockenheit befahrbar. Mehrere Kilometer paddeln Sie im Schatten von Bäumen; achten Sie auf von Bibern gefällte Stämme und auf Angler, denn der Kanal ist auch Fischgewässer. Weiter führt die Route ins Naturschutzgebiet „Stawy Milickie“ und endet am Anleger beim Wehr in Ruda Sułowska. Wer länger paddeln möchte, startet in Milicz – der Abschnitt Sławoszowice – Milicz – Sułów misst 12 km.
Die Teiche legten Zisterzienser ab dem 13. Jahrhundert an – heute sind es über 285 Teiche mit zusammen etwa 77 km², Polens größtes Karpfenzuchtgebiet. Seit 1963 stehen sie als Wasservogelreservat unter Schutz: Nachgewiesen sind 276 Vogelarten, davon 166 Brutvögel, etwa Kraniche, Graugänse, Seeadler und Rotmilane. Ruda Sułowska entstand im 16. Jahrhundert an einer Hütte, die Raseneisenerz aus dem Gelände der heutigen Teiche verhüttete.
Der Kanalabschnitt vom Teich Żabieniec Mały bis zum Teich Wąski D (3,3 km) unterhalb von Ruda Sułowska ist nur außerhalb der Brutzeit befahrbar, vom 1. August bis 15. März, und ohne an Land zu gehen; im Sommer fehlt dort oft ohnehin Wasser. In Ruda Sułowska gibt es das Bildungs- und Besucherzentrum „Naturum“ mit Fischerei-Freilichtmuseum und Gasthaus, ein Angelgewässer und einen Laden; vom Anleger führt ein 4,5 km langer Naturlehrpfad zwischen den Teichen. Am einfachsten mieten Sie ein Kajak samt Transport bei einem örtlichen Verleih – klären Sie Konditionen und Wasserstand vor der Anreise.
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