Burgen
An der Barycz, im Park von Milicz neben dem Maltzan-Schloss, stehen die Ruinen einer Burg, deren Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Die Mauern sind nicht zugänglich, doch ein Abstecher lohnt sich — ein Zeuge mittelalterlicher Diplomatie und eines der interessanteren Denkmäler des Barycz-Tals.
Die erste Burg stand hier bereits im 12. Jahrhundert als Sitz der Erzbischöfe von Gnesen und ging später in den Besitz der Breslauer Bischöfe über. In der Residenz von Milicz wurde 1282 der sogenannte Friede von Milicz unterzeichnet, der den Streit zwischen dem Deutschen Orden und dem pommerischen Herzog Mściwoj II beendete. In der Mitte des 14. Jahrhunderts kaufte Konrad I. von Oleśnica die Stadt und errichtete eine Wehrburg mit Wohnturm — bereits dreigeschossig, mit Abtritten auf jeder Etage, ein wahrer Luxus im Mittelalter.
Nach einem großen Brand im 16. Jahrhundert bauten die Kurzbachs die Burg als Renaissance-Residenz wieder auf, danach übernahm die Familie Maltzan den Besitz und herrschte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein weiterer Brand gegen Ende des 18. Jahrhunderts besiegelte das Schicksal der Burg: Die Maltzans errichteten daneben ein neues Schloss, und die mittelalterlichen Mauern verfielen — Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie völlig aufgegeben.
Die Ruine ist abgesperrt und nicht betretbar, da die Mauern einsturzgefährdet sind; Fragmente des Backsteinturms und Spuren des Wassergrabens sind noch zu erkennen. Der historische Park und das Schloss, in dem heute eine Forstschule untergebracht ist, können frei besichtigt werden — davor steht eine Karpfenfigur des Bunten Karpfenwegs. Milicz ist zudem ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Fischteichen des Barycz-Tals.
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