Natur
Ruda Sułowska, Niederschlesien
Das Bartschtal (Dolina Baryczy) ist der größte Landschaftsschutzpark Niederschlesiens und eines der größten Teichgebiete Europas. Entlang der träge fließenden Bartsch zwischen Żmigród und Przygodzice reihen sich Hunderte Teiche, Dämme, Auwälder und Feuchtwiesen — darüber ziehen Kraniche, Gänse und Seeadler. Eine Kasse gibt es hier nicht: Das Tal erkundet man mit Fahrrad, Kajak und Fernglas, in einer Fischereilandschaft, die der Mensch seit dem Mittelalter prägt.
Der Landschaftsschutzpark Bartschtal wurde am 3. Juni 1996 gegründet. Er umfasst 87.040 ha, davon rund 70.000 ha in Niederschlesien und 17.000 ha in Großpolen. Sein Herzstück sind die Militscher Teiche (Stawy Milickie) — mehr als 285 Teiche mit insgesamt etwa 77 km² Wasserfläche in den Komplexen Krośnice, Potasznia, Radziądz, Ruda Sułowska und Stawno. Seit 1963 stehen sie als Naturreservat unter Schutz (heute 5298 ha in fünf Komplexen), seit 1995 zudem als Ramsar-Feuchtgebiet. Außerdem gehört das Tal als Vogelschutz- und FFH-Gebiet zum Netz Natura 2000.
Die ersten Teiche legten Zisterzienser im 13. Jahrhundert an. Einige liegen in Senken, die der Abbau von Raseneisenerz hinterlassen hat — daher Ortsnamen wie Ruda Sułowska oder Ruda Żmigrodzka („ruda“ heißt Erz). Die Militscher Teiche sind heute das größte Karpfenzuchtgebiet Polens, und das System aus Dämmen, Kanälen und Wehren gilt selbst als technisches Denkmal. Die Teiche sind höchstens 2,5 m tief. Wenn im Herbst zum Abfischen das Wasser abgelassen wird, liegen schlammige Böden frei, auf denen Tausende Vögel Nahrung suchen.
Die Bartsch gehört zu den langsamsten Flüssen Polens und eignet sich daher gut für eine erste Kajaktour. Jedes Jahr von September bis November finden die Karpfentage statt: Fischbratereien und Teichwirtschaften servieren dann Militscher Karpfen direkt aus dem Abfischen. Im Schloss Antonin findet außerdem das Herbstfestival „Chopin in den Farben des Herbstes“ statt.
Die besten Monate für Vogelbeobachtung sind April–Mai (Balz und Brut) sowie September–Oktober (Zug und Abfischen). Planen Sie für den ersten Besuch einen ganzen Tag ein; als Ausgangspunkt eignen sich Milicz, Ruda Sułowska oder Żmigród. Am bequemsten sind Sie mit dem Fahrrad auf Dämmen und Waldwegen unterwegs — achten Sie aber auf die Beschilderung, denn manche Dämme im Reservat sind gesperrt, vor allem in der Brutzeit. Nehmen Sie Fernglas, unauffällige Kleidung und Mückenschutz mit. Im Kajak ist eine Schwimmweste Pflicht, und die Route sollten Sie dem aktuellen Wasserstand anpassen.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Bartschtal (Dolina Baryczy).
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.