Märkte & Altstädte
Der Große Marktplatz in Zamość ist einer der bedeutendsten städtischen Renaissance-Räume Europas: ein Quadrat von 100 × 100 m, entworfen als Teil der von Hetman Jan Zamoyski 1580 gegründeten Stadt. 1992 wurde der Platz zusammen mit der Altstadt in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen; die Stadt trägt Beinamen wie „Stadt der Lauben“ und „Padua des Nordens“.
Die Dominante des Platzes ist das Rathaus mit einem 52 m hohen Turm. Seine heutige Gestalt erhielt es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als die berühmten fächerförmigen Treppen entstanden, die im Sommer zur Bühne des Zamośćer Theatersummers werden. Das Gebäude steht weder in der Mitte des Platzes noch in der Mitte der Zeile — so wurde der Vorrang des Ordinaten Zamoyski vor dem Bürgermeister betont. Die Fassade wirkt symmetrisch, doch die linke Seite ist 130 cm breiter. Im Sommer spielt mittags ein Türmer den Ruf nur in drei Himmelsrichtungen — der Überlieferung nach wollte der Hetman Krakau nicht grüßen, wo der Wasa-König residierte.
An drei Zeilen stehen je acht Bürgerhäuser mit Bogenlauben; die Nordzeile zählt sechs, denn der Rathausturm nahm zwei Parzellen ein. Viele Häuser bewahren Renaissanceportale, Holzdecken und Polychromien. Vier farbenprächtige Armenierhäuser — Wilczkowska, Rudomiczowska, Pod Aniołem und Pod Małżeństwem — beherbergen das Museum von Zamość. An der Südzeile steht das Haus Morando, entworfen von Bernardo Morando für die eigene Familie.
Der Platz ist der natürliche Startpunkt für die Altstadt: Kaffee unter den Lauben, Museumsbesuche und ein Spaziergang durch eine Stadt nach dem Ideal der Renaissance.
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