Nationalparks
Der Nationalpark Roztocze ist der am dichtesten bewaldete Nationalpark Polens — Wälder bedecken 95,5 % seiner Fläche (8.483 ha; gegründet am 10. Mai 1974). Er liegt in der Woiwodschaft Lublin auf Mittlerem Roztocze, wo die Hügel höchstens 350 m über dem Meeresspiegel liegen. Wappentier des Parks ist das Konik-Pferd.
Der bekannteste Ort sind die Teiche Stawy Echo am obersten Wieprz. Eine Ortslegende erzählt, die Forellen schwammen beim Pfiff des Wärters ans Ufer — daher kommt der Name der Teiche. Rund um sie und auf der Biała Góra zieht eine Herde Konik-Pferde umher: Die Zucht begann 1982 auf Initiative von Prof. Mirosław Kownacki, und heute leben die Tiere auf 180 ha fast ohne Eingriffe des Menschen, nur im Winter werden sie gefüttert.
Naturschutz hat hier eine lange Tradition: Im 16. Jahrhundert richtete Kanzler Jan Zamoyski einen Tiergarten ein, der von einem rund 30 km langen Zaun umgeben war und in dem Hirsche, Luchse und Tarpane liefen. Das erste Reservat, Bukowa Góra, wurde 1936 ausgewiesen, der Nationalpark selbst 1974 auf 4.801 ha gegründet. Heute umfasst er fünf strenge Naturschutzgebiete, darunter Bukowa Góra, Czerkies und Nart.
Die Wälder — vor allem Gebirgs-Tannenmischwald und fruchtbarer Karpatenbuchwald — beherbergen rund 750 Gefäßpflanzenarten und über 190 Vogelarten, von denen 130 regelmäßig brüten: Schreiadler, Schwarzstorch, Weißrückenspecht. Auch die Europäische Sumpfschildkröte lebt hier. Zwierzyniec mit seinem Bildungszentrum und Museum ist der bequemste Ausgangspunkt; in Florianka befindet sich das Forstkabinett. Für Wander- und Radwege sind Frühling bis Herbst am besten.
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