Historische Orte
An der Górna-Straße in Leżajsk, auf einem von Bäumen umgebenen jüdischen Friedhof, steht der Ohel — das Grab des Zaddiken Elimelech aus Leżajsk (1717–1787), einer der führenden Gestalten des frühen Chassidismus. Es zählt zu den meistbesuchten Zaddiken-Gräbern in Polen und Europa; Pilger kommen hier aus der ganzen Welt vorbei.
Elimelech (Lipmann Weissblum) ließ sich 1772 in Leżajsk nieder und wurde drei Jahre später Rabbiner der Stadt. Hier begründete er seinen Hof, getragen von den Gaben der Chassidim, und machte Leżajsk zum wichtigsten Zentrum des Chassidismus in Galizien. Zu seinen Schülern gehörten u. a. Jakub Icchak Horowic, Naftali aus Ropczyce und Menachem Mendel aus Rymanów.
Die ursprüngliche Matze stammt von 1776 und ist bis heute erhalten. Den hölzernen Ohel aus dem 19. Jahrhundert rissen deutsche Besatzer 1940 ab und wühlten auch das Grab auf der Suche nach Wertsachen um — den Erzählungen zufolge lagen die Gebeine des Zaddik einige Tage unter einem Baum, bevor Juden sie erneut bestatteten. Der Überlieferung nach blickte der Zaddik beim Ausheben des Grabes traurig auf seine Peiniger, und die Angst trieb sie fort — der Rest des Friedhofs blieb verschont. Nach dem Krieg wurde der Ohel wiederaufgebaut und vergrößert; die originale Matze blieb erhalten.
Der Friedhof ist rund um die Uhr, außer am Schabbat (von Freitagabend bis Samstagabend) zugänglich. Es ist ein Ort der Andacht — bewahren Sie Stille und Respekt. Verbinden Sie den Besuch mit einem Spaziergang über den Marktplatz von Leżajsk.
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