Natur
Tykocin, Podlachien
Alles begann mit einem Orkan. 1991 knickte ein Sturm die Bäume rund um das alte Gut Pentowo am Rand von Tykocin, und Weißstörche besetzten in Windeseile die abgebrochenen Stämme. Heute brüten hier mehr als 30 Paare auf Masten, Dächern, Bäumen und eigens errichteten Plattformen, und Pentowo trägt den Titel Europäisches Storchendorf. Es ist einer der besten Orte in Polen, um Störche aus nächster Nähe am Nest zu beobachten.
Pętowo, früher Pentowo, gehört heute zur Stadt Tykocin und liegt an deren dünn besiedeltem Westrand entlang der Straße Kolonia Kaczorowo. Früher befand sich hier ein Gutshof, der der Adelsfamilie Toczyłowski gehörte; ihr hölzernes Gutshaus steht bis heute. Der Ort liegt auf der Zugroute der Störche zwischen Afrika und Polen, und als der Orkan die Bäume entastet hatte, begannen die Vögel schnell mit dem Nestbau. Ornithologen hielten die nahen Stromleitungen für gefährlich und stellten spezielle Plattformen und Masten für die Nester auf.
Seit 1994 verleiht die Stiftung EuroNatur den Titel Europäisches Storchendorf an Orte, die sich beim Schutz der Brutplätze des Weißstorchs besonders hervortun. Pentowo erhielt ihn 2001 als siebtes Dorf in Europa. Ein Teil des Geländes gehört zum Natura-2000-Netz. 2024 wurden hier rekordverdächtige 53 Jungstörche flügge.
Nehmen Sie ein Fernglas oder eine Kamera mit längerem Objektiv mit. Danach lohnen in Tykocin das Schloss und die Synagoge, nur wenige Autominuten entfernt.
Eintritt frei
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