Burgen
Am rechten Ufer der Narew, inmitten einstiger Sümpfe, rekonstruiert das Schloss eine Festung, die einst das wichtigste Arsenal der Adelsrepublik beherbergte. Die Geschichte beginnt 1433, als Jan Gasztołd die Burg Tykocin als Schenkung erhielt; die hölzerne Anlage brannte um 1519 nieder, und als das Geschlecht 1542 ausstarb, fielen die Güter an den König zurück.
König Sigismund II. August errichtete hier die Backsteinfestung. Ende des 16. Jahrhunderts war sie das größte Arsenal des Staates, und in ihren Mauern ruhte der balsamierte Leichnam des in Knyszyn verstorbenen Königs 14 Monate lang — er wartete auf Beerdigung und Königswahl. Der Humanist Łukasz Górnicki amtierte hier als Starost von Tykocin.
Im November 1705 überreichte August der Starke, von Zar Peter dem Großen empfangen, hier zum ersten Mal den Orden vom Weißen Adler — bis heute Polens ältester Verdienstorden. Nach Kriegen und Bränden ließ Jan Klemens Branicki das Schloss als Baumaterial abtragen.
In den Kellergewölben zeigt eine Ausstellung die Geschichte der Festung, im Glasaal steht ein rekonstruierter großer Kachelofen, dazu kommt eine Schau zum Adlerorden, und der ehemalige Gefängnisturm bietet eine Rundsicht. Ein Restaurant mit podlachischer Küche und Gästezimmer gibt es in den Mauern.
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