Nationalparks
Die Narew fließt hier nicht in einem einzigen Bett, sondern verzweigt sich in Dutzende Arme, die sich durch die Röhrichte schlängeln — ein anastomosierender Fluss, ein Muster ohne Parallele in Europa, weshalb man das Gebiet auch „polnischen Amazonas“ nennt. Der Narwiański Park Narodowy, gegründet am 1. Juli 1996, umfasst 6810 ha sumpfigen Tals zwischen Suraż und Rzędziany. Wappentier des Parks ist die Rohrweihe.
Zwischen 1979 und 2000 wurden hier 203 Vogelarten nachgewiesen, 154 davon Brutvögel. Seit 2010 ist das Narewtal ein Important Bird Area (IBA); BirdLife International nennt den Seggenrohrsänger als Schlüsselart. Auch Rohrdommel, Wachtelkönig, Doppelschnepfe und Tüpfelsumpfhuhn brüten hier, während Rohrweihen über dem Röhricht jagen. Zu den 34 Säugetierarten zählen Elch, Biber und Hermelin, die Flora umfasst rund 500 Gefäßpflanzen.
Die beste Perspektive auf den Sumpf bietet das Wasser. Kajaks können Sie in Suraż und Uhowo mieten — Boote mit Verbrennungsmotor sind verboten, man hört also nur Vögel und Paddelschläge. Traditionell fährt man auch mit dem Stakenboot (Pychówka) auf der rund 90 km langen Route „Obwodnica Narwiańska“ um den Park.
Über 1 km lang ist der Steg Śliwno–Waniewo, der beide Dörfer verbindet; Fußgänger und Radfahrer nutzen ihn, ein Teil der Strecke verläuft auf Pontonplattformen. Er ist einer der wenigen Wege, um trockenen Fußes ins Herz der Feuchtgebiete zu gelangen.
Vögel sieht man am besten im Frühjahr und Frühsommer, zum Paddeln eignen sich die wärmeren Monate. Nehmen Sie Fernglas und Mückenschutz mit. Mit der Bahn ist der Park ebenfalls erreichbar; Łapy ist der praktische Halt.
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